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Sie lag da auf einer Wiese,
ausgebreitet waren ihre Arme,
sie suchte mit den Augen zu erfassen,
was da oben sich so tat.
All die vielen Sterne,
deren Funkeln sich ihr so einfach darbot,
dazwischen eine kleine Schnuppe,
die sich verlaufen in der Atmosphäre,
verglühte sie für ein kurzes Schauspiel nur,
für eine einzige Zuschauerin bloß zerstoben.
Und schon teilte sie entsprechend altem Brauch,
dem Himmel ihren Wunsch unhörbar mit.
Entspannt lauscht sie nun nach Innen,
versucht zu ergründen,
ob ihr kleiner Wunsch auch angekommen bei den Mächten,
deren Macht unendlich groß sein musste,
schufen sie doch so wunderbares wie das sternenübersähte weite
Himmelszelt.
Vor Stunden schon war sie geflohen,
versteckte sich hier auf des Waldes Wiese,
tief versteckt im Unterholz.
Wollte niemals wieder heim,
wollte für immer hier verweilen.
Oft war sie schon hergekommen über Tage,
betrachtete auf dem Rücken liegend die unsteten Wolken,
die vom Winde getrieben fernen Zielen entgegen eilten.
Gerne hätte sie sie begleitet,
wäre verschwunden hinter dem Horizont.
Und doch war sie geblieben,
zu klein waren noch ihre Füße,
zu schwach die kleinen Beine.
Und nun lag sie heut zum ersten Male des Nachts hier ganz allein,
kleine Tränen drängten sich verstohlen hinter ihren Liedern hervor.
Ihr Wunsch würde wohl ungehört verhallen,
wie immer hatte man sie belogen,
kleine Menschen müssen damit wohl Leben.
Nur dieser eine Wunsch war es doch gewesen,
bescheiden nur und so verständlich.
Wollte sie doch ab jetzt nur des Abends alleine Schlafen gehen,
nicht mehr von dem eigenen Vater,
der immer sagte,
wie sehr er doch sein Mädchen liebte,
zu Bette gebracht werden.
Er hat ihr schon soviel geschenkt,
und das nicht nur zum Geburtstag,
nicht nur zur Weihnacht,
nein immer wieder brachte er schöne Dinge,
Puppen, Bücher, schöne Spielzeuge noch und noch,
wenn da nur nicht sein Sinn nach einer,
wie er meinte,
bescheidene Gegenleistung wäre.
So dachte ganz bescheiden der kleine Wurm da auf der Wiese,
die Sternschnuppe war längst verglüht,
die Sterne wurden blasser,
die erste Morgenröte war zu sehen.
Es war spät im Jahr,
Mitte November schon,
Raureif bedeckte das zarte Kleidchen.
Man fand sie erst drei Tage später,
so um die Mittagsstund,
die Mutter war todunglücklich,
der Vater weinte sehr,
sein kleines Mädchen war nicht mehr.
Und ihr Wunsch war doch erfüllt zu guter letzt!

8.7.2003 / 24.7.2003
Michael Sascha
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