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Eltern und der Missbrauch oder wenn Eltern wegsehen
Eine Anklage |
Seit 2003 bin ich nun unterwegs in ein anderes Leben. In dieser Zeit habe ich mir viele Geschichten angehört. Junge Menschen sind auf mich zugekommen und fingen an zu erzählen, ältere ebenso. Immer und immer wieder hörte ich die Geschichten über ihren Leidensweg. Und immer wieder fiel mir eines auf.
Nur selten hörte ich davon, dass sie mir erzählten, dass die Eltern, besonders die Mütter für sie da sind. Inzwischen ist es soweit, dass ich mich bei jenen Müttern bedanke, die vorbehaltlos für ihre Kinder eintreten, die solch grausame Dinge erleben mussten. Ich frage mich, ist es denn nicht selbstverständlich, dass Mütter ihren Kindern in der Not beistehen? Es kommt mir inzwischen so vor, als wäre es das nicht. Und damit kommt wieder die Frage aller Fragen: Warum?
Warum hört gerade bei sexuellem Missbrauch die Unterstützung der Eltern auf? Man sagt, ein Mutter kämpft wie eine Löwin für ihre Kinder. Ich habe da ganz andere Dinge gehört. Da sitzt die Mutter in der Küche während ihre Tochter in der 1. Etage von ihrem Onkel, dem Bruder der Mutter vergewaltigt wird. Ihr werdet sagen, sie weiß es nicht. Oh doch, die Tochter hat es ihr gesagt. Nur wollte es die Mutter nicht wissen. Woher ich das weiß? Weil ich, der Fremde, mit der Tochter gesprochen habe, sie versucht habe, vom Suizid abzuhalten. Ich habe die ganze Nacht um diese junge Frau gebangt. Sie hat es nun geschafft, hat es überlebt, dass die eigene Mutter in der Küche saß, während dieser Verbrecher ihre Tochter vergewaltigte.
Was geht in dem Hirn einer solchen Frau vor? In meinen Augen gehört sie genau so lange weggesperrt wie der Täter selbst, wenn es sein muss für immer. Sie weiß, was passiert. Sie ist genauso schuldig wie der Täter.
Was ist mit jenen Eltern, die wissen, dass dem Kind schreckliches widerfahren ist, aber denken, dass sie nichts zu tun brauchen. Das alles nur halb so schlimm ist. Sie nehmen zur Kenntnis, dass ihr Kind missbraucht wurde und kehren nach einigen Worten zur Tagesordnung zurück. Und das Kind kann schauen, wie es damit klar kommt.
Jetzt sind wir bei meiner Geschichte. Aber nicht nur. Auch das ist das Schicksal vieler Kinder. Die Eltern wissen um den Missbrauch. Vielleicht versuchen sie ihn noch zu beenden. Aber das war es dann. Man kann doch den eigenen Sohn, den eigenen Mann, den eigenen Vater, Schwiegervater usw. nicht so einfach verstoßen. Dann muss halt das Kind damit zurecht kommen, dass der Täter weiterhin zur Familie gehört, eingeladen wird und anerkannt ist. Nur nicht darüber reden, das bringt Schande über die Familie, beschmutzt die Ehre der Familie, die durch die Tat schon längst dermaßen beschmutzt ist, dass sie nicht mehr zu retten ist.
Sie wäre nur zu retten, wenn alle in der Familie sich darüber im Klaren wären, dass nur ein sofortiger Verstoß des Täters, der Täterin in Frage kommt. Nicht das Kind ist es, dass die Ehre der Familie beschmutzt. Es ist ein Hohn, wenn ich so was lesen muss. Was fällt diesen Müttern, diesen Vätern ein? Haben sie ihr Gehirn beim letzten Flohmarkt meistbietend verkauft, so wie sie jetzt ihr Kind verkaufen? Viel haben sie sicherlich für das Bisschen Abfall an Hirn nicht bekommen. Wer so denkt, hat kein Gehirn. Mich packt die kalte Wut, wenn ich solche Aussagen höre. Leider ist es kaum strafbar, was da abgeht. Ich kann nur den Eltern versichern, die so denken, dass eine höhere Instanz, wenn es sie gibt, sie mehr als gerecht dafür zu Rechenschaft ziehen wird. Zumindest wartet eine sehr lange Zeit im Fegefeuer auf sie. Da bin ich mir sehr sicher. Ihre Kinder gingen durch die Hölle. Und sie tun nichts, um ihnen zu helfen.
Wir Opfer von schwerster Gewalt und Missbrauch sind durch mehr als eine Hölle gegangen und gehen es immer wieder. Es ist nicht so wie ein kurzes Wehwehchen, ein gebrochenes Bein. Unsere Seele wurde zerbrochen. Und dann, wenn wir die Hilfe jener Menschen brauchen, die uns wirklich helfen könnten, spüren wir diese Ablehnung.
Was stimmt da nicht? Konnten wir dafür, dass jemand es sich herausnahm, in unsere Körper und Seelen einzudringen? Meine Mutter war da, als ich krank mit Fieber im Bett lag, weil die Bronchitis mich wieder mal gefangen hielt. Da war sie da. Das war ja einfach. Brust einreiben, Tücher übers Bett spannen, damit es dem Kleinen wieder besser geht. Doch warum hatte ich diese Bronchitis überhaupt? Warum hatte ein einjähriger Junge so eine Krankheit? Weil der 14 jährige Bruder ihm sein Glied in den Mund steckte? Und so ein Baby sich nicht anders wehren konnte als krank zu werden?
Nur das ist dann schon wieder viel zu kompliziert, also lässt man es ruhen. Lieber nicht daran rütteln, lieber nicht daran denken. Der Junge kommt sicher nie dahinter. Es ist doch viel bequemer sich nicht damit auseinander setzten zu müssen mit solch dreckigen Geschichten. Man müsste sich Gedanken darüber machen, dass der eigene Nachwuchs, der eigene Mann, Bruder, Vater, Mutter usw. kranke perverse Menschen sind. Da ist es doch viel bequemer Gras über die Sache wachsen zu lassen, dem Kind eine Portion Schuld mitzugeben und sich selber aus der Verantwortung zu ziehen.
Nur so einfach ist das nicht, ihr Mütter, ihr Väter. Ihr fordert von euren Kindern Respekt und Anerkennung. Sicher, die habt ihr verdient. Keiner bezweifelt, dass es eine einfach Aufgabe ist, ein Kind gesund groß zu kriegen, es gut auf das Leben vorzubereiten und ihm eure Erfahrungen mitzugebeben. Ich mache auch der Mutter keinen Vorwurf, die es übersah, dass da eine Bestie in ihren Reihen ist. Ich mache es ihr zum Vorwurf, dass sie es dann nicht sah, als es offensichtlich wurde, als das Kind allen Mut zusammen nahm und es aussprach oder sie es gar mit eigenen Augen sah. Dann, ihr Mütter, ihr Väter, dann seid ihr gefragt. Und ihr steht nicht alleine da. Auch ihr bekommt Hilfe. Keiner verlangt von euch, dass ihr das alleine durchstehen sollt.
Nur euer Weg ist es nicht, dann wegzuschauen, nicht da zu sein für eure Kinder. Und es ist egal, ob eure Kinder inzwischen auch erwachsen sind oder noch Kinder. Ein Kind ist immer ein Kind, das wisst ihr selber am Besten, denn auch ihr seid Kinder eurer Eltern. Und jeder Mensch ist darauf angewiesen dann die Hilfe jener Menschen einzufordern, die sie auf diese Welt brachten. Keiner verlangt Unmögliches von euch. Ich verlange nur das Recht als Kind, dass ihr für mich da seid. Und glaubt mir, ihr gebt uns diese Hilfe nicht umsonst. Wir wären euch sehr dankbar für diese Hilfe. Um so mehr könnt ihr mit unserer Unterstützung rechnen, wenn ihr Hilfe braucht.
Doch wundert euch nicht, wenn wir uns abwenden müssen von euch, weil wir es sonst nicht schaffen können. Nichts tut einem Kind mehr weh als festzustellen, dass die Eltern sich abwenden, nichts von dem Leid des Kindes hören wollen. Uns bleibt nichts anders übrig als uns von euch zu trennen. Es tut uns in der Seele weh, aber nicht wir sind es die das verursachen. Ihr hab es zu verantworten. Schande über euch!
Was soll ich von Eltern halten, die den Sohn in die Arme schließen, nach dem sie wissen, dass er über Jahre hinweg seine Schwester, ihre eigen Tochter vergewaltigt hatte. Jammernd ist er zu ihnen gekommen. Unter Tränen hat er ihnen was vorgemacht, aus Angst um sein jämmerliches Leben. Was machen diese Beiden? Sie nehmen ihn auf, lassen die Tochter mehr oder weniger links liegen, während dieser Dreckshund ihr hinterrücks schon wieder droht. Was soll ich von solchen Eltern halten? Nichts! Sie sind kein Deut besser als der Sohn. Wohin soll nun die Tochter mir ihren Gefühlen? Sie erstickt förmlich daran. Sie sehnt ich danach von ihrem Vater in die Arme genommen zu werden und beschützt zu werden. Doch wie soll so ein Vater die Tochter schützen, wenn er dem Sohn, dem Vergewaltiger die Türen öffnet? Jenem Menschen, der seine Tochter seit Jahren vergewaltigt hat?
Ihr meint es wären Einzelfälle die ich hier erzähle? Nein, es ist der Regelfall. Zu oft habe ich es nun schon gehört und möchte nicht mehr schweigen. Es gibt neben den eigentlichen Tätern noch weit mehr Täter und Täterinnen. Es sind jene, die wegschauen, jene, die von der Moral her verpflichtet wären zu helfen. Ihr tut es nicht. Ihr wählt den für euch bequemen Weg.
Warum sagt die Mutter nichts, obwohl sie weiß, dass ihr neuer Lebenspartner mehr auf den Sohn, die Tochter steht. Ist es bequem für sie, wenn er sich sexuell an dem Kind befriedigt? Hat sie dann Ruhe vor ihm und kann sich um die für sie ach so wichtigen Sachen kümmern wie die täglichen Soaps im TV? Wie einfach muss es sein, die Augen zu verschließen, wenn der Sohn weinend zur Mutter kommt. Wie einfach ist es ihn dann wegzustoßen? Es muss verdammt einfach sein, so grausam zu sein, sonst würden es nicht so viele Mütter tun.
Wie einfach war es, mich zu ignorieren, nach dem ich total verändert aus der Kur nach Hause kam? Ich frage mich das heute. Und dabei zerbricht mir das Herz. Ich hatte 6 Wochen Hölle hinter mir. Weggefahren war ein kleiner, schmaler, etwas schüchterner Junge von neun Jahren. Zurück kam etwas anderes. Zurück kam ein wütender, total verängstigter Junge, der Nachts von Alpträumen gequält wurde. Ich wurde in diesen 6 Wochen misshandelt, vergewaltigt, gefoltert. Kein Mensch hält das aus, erst recht nicht ein neunjähriger Junge. Ich war regelrecht zerbrochen.
Nur wen interessierte das? Niemanden. Ich musste allein damit klar kommen. Ein Kind fängt nicht einfach an darüber zu reden. Man muss als Eltern es merken, wenn so was grausames passierte. Und verdammt noch mal, man merkt es. Ich kam nicht zurück und hatte einfach nur Bauchweh oder so was. Nein, ich war am Boden zerstört, total verändert. Ich war nicht mehr das selbe Kind.
Ich frage mich, mit welchen Augen schaut eine Mutter ihr Kind an. Was sind wir für euch? Ein lästiges Anhängsel? Waren wir gut genug, solange nicht passierte, was eure heile Welt zerstört hätte? Sind wir gar auch für euch nur Mittel zum Zweck gewesen, eine Art Spielzeug? Bei wirklich ungewollten Kindern, die zur Adoption freigegeben werden, kann ich es ja noch verstehen. Aber erst wird ein Kind neun Monate im eigenen Leib getragen, dann zieht ihr uns groß, macht einen auf Mutterliebe und wenn es darauf ankommt, seid ihr verschwunden. Was denkt ihr euch? Ich vermag euren Gedankengängen nicht mehr zu Folgen. Ich will es auch gar nicht. Es ist mir zu abartig, solchen Gedanken zu folgen.
Ich kenne andere Eltern. Ich weiß, wie sie sich aufopfern. Ich sehe aber auch, wie die Kinder an ihren Eltern hängen. Jedes noch so kleines Stück Liebe kommt zurück. Aber auch der Hass wird zurück kommen. Ihr, die ihr uns im Stich gelassen habt, brauch euch nicht zu wundern, wenn irgendwann unsere Liebe zu euch in Hass umschlägt. Lange hat es bei mir gebraucht. Immer wieder habe ich nach Beweggründen gesucht. Ich habe sicher auch vieles gelten gelassen. Die Umstände, die Zeiten. Aber nicht alles kann ich ihr durchgehen lassen. Immer wieder hat sie über Moral gesprochen. Wo war ihre, als sie mich alleine ließ?
Ich weiß, dass sie von meinen Alpträumen wusste. Interessierte es sie? Nein! War es ein Vergnügen für sie mich in ein Gipsbett zu stecken, um ihre Ehe zu retten? Ich war wieder mal nur ein Gegenstand, den man benutzte, wenn man es für nötig ansah. Was unterscheidet sie dann von den drei anderen, die mich benutzten? Sie steckte mir Zäpfchen in den Po, weil mein Magen die Tabletten nicht mehr vertrugen. Die anderen steckten mir ihr Glied da rein. Das mag schlimmer sein. Es tat weh, ich verstand es nicht. Ich war ein Kind. Der eine würgte mich und fesselte mich, schlug mich. Der andere beschmutzte mich, trat mich, quälte mich. Und ich war ein Kind, dass daran zerbrach. Und sie ignorierte es, machte weiter auf ihre Art. Erst wurde ich sexuell missbraucht, dann wurde ich seelisch missbraucht. Meine Liebe zu meiner Mutter, zu jener Person, die im Leben eines kleinen Jungen die wichtigste ist, nutzte sie schamlos aus. Sie spielte mit meinem Leben. Ist das normal? Nein!
Und dann höre ich von der Mutter, die so nebenbei ihrer Tochter erzählt, das sie weiß, dass der und der sie auch missbraucht hatte, als sie noch ein Kleinkind war. Und die Tochter ist inzwischen selber Mutter von Kindern. Also kein kleines Mädchen mehr. Und diese alte Mutter meint doch tatsächlich, dass das alles nicht so schlimm wäre. Verdammt, was ist in deren Hirn los? Waren da Diebe unterwegs und haben alles verwertbare mitgenommen? Hallo ihr Mütter dieser Preisklasse, seid ihr noch zu retten? Ginge es nach mir, würde man euch einsperren bis zum Ende eures Lebens. Ihr gehört nicht in diese Gesellschaft. Ihr habt hier nichts verloren.
Wie sagte mal mein Therapeut zu mir: Es ist die verdammt Pflicht einer Mutter....
Ja, es ist eure Pflicht, uns zu helfen. Ein Kind kann sich selber nicht helfen, ist darauf angewiesen. Seid froh, dass es so ist. Wäre es anders, dann hättet ihr schon lange eure Lebensberechtigung verloren. Ihr seid eine Schande, besonders in den Augen jener Mütter, die da anders sind. Sie kämpfen, sie sind für uns da. Auch viele Väter kenne ich, die würden fast zum Mörder werden. Ich denke da an die Eltern von Levke, von Jessica, die in ihrem Schmerz darum kämpfen, dass die Täter endlich einer gerechteren Strafe zugeführt werden. Schämt ihr euch da nicht, so zu handeln? Ihr macht es den Tätern einfach, davon zu kommen. Es ist ein Hohn für alle Opfer, für alle Menschen, die wirklich für uns kämpfen.
Immer wieder muss ich es lesen, wie ihr euch abwendet, wie ihr euch in billige Ausflüchte rettet und jegliche Verantwortung ablehnt. Dem ist nicht so. Ihr hattet und habt die Verantwortung dafür. Ich habe es schon mal gesagt: Keiner macht euch einen Vorwurf daraus, wenn ihr es nicht verhindern konntet. Keine Eltern können ihre Kinder vor allem bewahren, was es an grausames auf unserer Welt gibt. Das ist Fakt. Ein Kind ist immer in Gefahr, weil es schwach ist. Jeder Täter hat die Möglichkeit, über ein Kind herzufallen. Leider kann kein Vater, keine Mutter so was verhindern. Es passiert.
Aber wenn es passiert ist, dann müsst ihr für uns da sein, für uns eintreten und uns helfen, damit klar zu kommen. Und es ist nicht so schwer, wie ihr denkt.
Es ist so einfach ein Kind zu trösten. Kinder sind dankbare Wesen. Nur müsst ihr erkennen, dass ein Kind kein Gegenstand ist, den man hin und her schubsen kann, wie es euch gerade gefällt. Wir sind Menschen mit eigenen Gedanken, mit einer eigenen, angeborenen Stärke, die uns viel überleben ließ. Nur wären wir noch stärker, wenn man uns an die Hand genommen hätte, uns zugehört hätte und uns dann, als es drauf ankam, in die Arme genommen hätte. Und uns auch den Respekt entgegengebracht hätte, den ihr von uns einfordert. Denn auch wir haben den verdient.
Noch ein Wort über jene Mütter und Väter, die zu Tätern werden. Für euch habe ich nur Verachtung übrig. Ich möchte euch nicht viel Platz widmen, denn bei euch ist jedes Wort zuviel der Ehre. Da gibt es Menschen, die haben sich aufgeregt über jene Eltern, die über Gentechnik ein Kind zur Welt brachten um ein anderem Kind das Leben zu retten. Man mag darüber unterschiedlicher Meinung sein.
Nur was ist von Eltern zu halten, die ein Kind zur Welt bringen, nur um es sexuell zu Missbrauchen. Und ja, das gibt es auch. Und keiner zerreißt sich das Maul deswegen. Die Kinder werden gezeugt, geboren und sind dann schon verloren. Niemand wird ihnen helfen. In dem Moment, in dem sie das Licht der Welt erblicken landen sie in der Hölle. Entweder benutzt man es selber oder man verkauft es meistbietend. Ihr sagt das gibt es nicht? Doch, das gibt es, auch in unserer zivilisierten Welt.
Solche Eltern müssten in meinen Augen erst mal zwangskastriert werden. So was darf nie wieder Kinder zur Welt bringen. Und dann weg mit dem Müll. Denn nichts anderes ist es. Müll, Sondermüll. Da ich gegen die Todesstrafe bin sollten sie einfach in ein Arbeitslager. Dort dürfen sie zusammen mit anderen Tätern und Täterinnen für immer schuften. Sämtliches Vermögen wird eingezogen und kommt den Opfern zu gut.
Das wäre eine gerechte Strafe für alle, die sich an Kindern vergreifen. Sämtlicher persönlicher Besitz einziehen, bis zum Rentenalter (aber mindestens 20 Jahre) in ein Straflager und arbeiten. Und alles was sie erwirtschaften kommt in einen Topf. Daraus erhalten dann ihre Opfer eine Entschädigung für die erlittenen Qualen.
Schöne Utopie! Nur solange in unserer Gesellschaft Täter diesen Kalibers verwöhnt werden, Eltern, die ihre Kinder im Stich lassen straffrei ausgehen, solange wird das Utopie bleiben. Gerade in Deutschland sollte man meinen, dass sich in den Köpfen etwas tut. Aber selbst bei dem sicher noch größeren Verbrechen wie dem Holocaust habe ich da meine Zweifel. Auch hier haben sich nach dem Krieg viele Täter davon gemacht und sind unerkannt untergetaucht. War es hier auch die Ehre, die sie schützte? So wie es die Ehre der Familie ist, die viele Täter und Täterinnen schützt?
Es ist eine grauenvolle Gesellschaft, in der ich da Leben muss. Bitte, ihr Verbrecher, klopft nie an meine Tür und bittet mich um Hilfe. Ich könnte zum Mörder werden. Und das will ich nicht, nicht wegen euch. Ihr seid es nicht wert.
Zum Glück gibt es da noch die anderen. Diese anderen Eltern, die ihre Kinder schützen, die ihnen helfen. Und es gibt die vielen Menschen, die uns selbstlos helfen, immer wieder. Sie geben mir ein wenig Hoffnung zurück, dass es nicht ganz umsonst ist zu kämpfen. Sie haben mir geholfen, haben anderen geholfen. Und sie machten es gerne. Ihnen gebührt mein Dank.
Aber euch, die ihr uns ignoriert habt, ihr, die ihr wegseht, wenn euer Kind weinend vor euch steht, euch gehört mein Hass und meine Wut. Und glaubt mir, die ist nicht gerade klein. Über Jahrzehnte hat sie sich entwickelt, genährt von dem, was drei „Menschen“ mit mir machten. Ich war ein kleiner Junge, und diese drei nahmen keine Rücksicht auf mich, egal wie alt ich war. Der eine, er nannte sich mein Bruder, erlaubte sich, sämtlich meiner Körperöffnungen auszunutzen, gefiel sich darin, mich zu schlagen, mich zu würgen, mich zu fesseln. Dieser Jugendliche erlaubte sich, mir seinen ekelhaften Schwanz in den Po zu stecken, in den Mund zu stecken. Ich spüre heute noch sein Erguss auf meinem kleinen Gesicht, spüre, wie er in meinem kleinen Po kam und es mir an den Beinen herunterlief. Ich war teilweise noch nicht ein Jahr alt. Erst mit 3 1/2 hörte das auf. Der andere war nicht besser. Nur war ich da schon neun Jahre alt. Er misshandelte mich schwer, drang auch in meinen Po ein, folterte mich, damit ich schwieg. Und damit musste ich alleine klar kommen. Selbst heute, mit 46 Jahren, komme ich damit fast nicht klar. Und denkt nicht, ich bin ein Einzelfall. Nur weil andere mir halfen, habe ich es heute geschafft. Damals war ich alleine damit. Niemand war da, der mich in die Arme nahm und mich tröstete. Daher weiß ich, wie sehr das weh tut, wenn die Eltern die Augen verschließen.
Ihr seid es, die unserer Liebe nicht wert seid. Denkt daran, wenn ihr sie fordert von uns. Ihr habt sie einfach nicht verdient. Und hört ja auf zu jammern. Ihr habt kein Recht zu jammern. Das habt ihr abgegeben in dem Moment, in dem ihr uns alleine gelassen habt.
Sascha 8.8.2005
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