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Ab und zu ist tiefes Durchatmen angesagt,
aber immer wieder kommt man in Situationen,
die einem den Atem rauben,
das Atmen so erschweren,
dass man fast erstickt.
Anfall
Schlimme Gedanken erdrücken jedes logisches Tun,
zwingen mich zu anderen Handlungen,
an die ich vorher nicht gedacht,
der Körper mach sich selbständig,
ich verliere die Kontrolle.
Meine verletzte Seele schreit um Hilfe,
der Körper zieht sich zurück in starre Haltung,
krümmt sich zusammen wie ein Embryo,
Krämpfe schütteln mich,
ich weine Tränen der Hilflosigkeit.
Meine innere Wut,
lange aufgestaut,
kommt jetzt langsam hoch,
noch ist sie unkontrolliert,
aber schon sehr zielgerichtet.
Keine Rache will ich,
vorerst jedenfalls nicht,
ich möchte jetzt nur Ruhe vor dem Bösen,
will das mein Geist den Punkt erreicht,
der Friede heißt.
In meinem Zusammenbruch erkenne ich jetzt,
dass ich Friede nur finde,
wenn alle Erinnerungen klar,
jedes Detail verarbeitet und
die Vergangenheit bewältigt ist.
Allein dieser Gedanke,
der mir einen langen Weg aufzeichnet,
verstärkt leider nur den Anfall,
ich bin mir gewiss,
es wird noch 2 bis 3 Jahre dauern.
Keiner Frau kann ich meine jetzige Seele zumuten,
wie kann man einen anderen Menschen lieben und
ihm mit den eigenen Problemen Schmerzen bereiten,
dies darf und kann nicht sein,
ich will das einfach nicht.
Immer stärker und stärker wird der Anfall,
die Krämpfe kommen jetzt in sehr kurzen Abständen,
sie dauern immer länger,
die Stimme ist schon heiser,
greift gar der Wahnsinn nach mir?
Ich greife nach meinen Fußsohlen,
drücke mich noch mehr zusammen,
weiß mir kaum noch zu helfen,
rufe jetzt erst leise nach einer helfenden Hand,
nach einer Stimme, die mir vertraut.
Die Gedanken kreisen jetzt immer nur ums eine,
um die Schmerzen,
die mir vor langen zugefügt,
um die Scham,
die mich all die Jahre gelähmt.
Ich schließe die Augen.
Ich gehe einen Gang entlang,
der mir sehr vertraut,
stehe jetzt vor der Türe und
zittere vor Angst.
Langsam öffnet sich die Türe,
mich lähmt die Angst.
Was erwartet mich dahinter,
hinter dieser Tür der Angst.
Ich versuche selbst innerlich die Augen nochmals zu schließen.
Ich spüre zwei Hände an meinen Hüften,
Schmerzen dringen durch meinen ganzen Körper,
er dringt in mich,
es wird dunkel,
die Nacht greift nach mir.
Vergessen,
das ist das einzigste was mir damals half,
verdrängen was geschah,
verstecken vor dem Schlimmen,
das Leben ohne Das weiterführen.
Das Bewusstwerden des Geschehene verstärkt noch mal den Schmerz,
doch flaut er jetzt langsam ab,
die Gewissheit führt zu etwas Ruhe,
die Krämpfe lassen nach,
das Weinen versiegt.
Ich bin in der Lage das Telefon zu holen,
starte einen Rundruf,
versuche die zu erreichen,
die mir in meiner Pein helfen können,
die mich trösten wollen.
Die ersten Stimmen erreichen meine Seele,
meine Tränen fließen noch reichlich,
doch bleiben die schlimmen Krämpfe aus.
Langsam kommt die Ruhe,
weicht der Schmerz.
Echte Ruhe werd ich vorerst nicht haben,
doch kann ich damit Leben,
muss immer wieder kämpfen,
bis der Tag kommen wird,
der mir den Frieden bringt.
2.7.2003 - Michael Sascha
Erinnerungen an einer der schlimmsten Nervenzusammenbrüche am Morgen
des 19.6.2003, der Tag an dem sich die letzte Türe öffnete. Sie verschloss
sich zwar kurz darauf, aber zurück blieb die Gewissheit. Der Zusammenbruch
dauerte ca. 2 Stunden.
Ein weitere Anfall kam am nächsten Morgen. Er dauerte "nur" 1 1/2 Stunden.
Dies waren die beiden schlimmste bisher. Es folgten danach nur noch
kleinere, wie z. B. beim Schreiben dieser Verse. Meine Hoffnung ist, dass
sie schließlich ganz aufhören werden. Dann habe ich das schlimmste
Überwunden.
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