Texte
Finstere Zeiten

Wo ist mein Leben?


Mut zur Mutlosigkeit?
Habe ich das recht dazu,
daran zu zweifeln,
darf ich einfach so handeln,
wie es mir mein Kopf vorgibt?

Angst vor der Angst?
Tief in mir drin,
da, wo niemand hinsehen kann,
auch ich nicht,
das steckt sie in mir.

Traurig sein über die Traurigkeit?
Tränen laufen herunter,
finden den Weg zu meinem Ich,
nässen mein Äußeres,
tief in mir drin.

Hoffnungsloses Hoffen?
Die hilflosen Versuche zu verstehen,
was da war in der grausigen Zeit,
warum sie wirkt bis heute
und immer noch das Jetzige zerstört.

Kraftlose Kraftanstrengungen,
immer und immer wieder,
verzehrende Kämpfe gegen die alten Geister,
die immer noch in mir wüten,
verstickt sind sie mit dem Jetzt.

Wo ist mein Leben,
was ist es,
was ist aus ihm geworden?
Ich hab es so nie gewollt,
doch was zählt das schon?

Wieder Mal haben sie es geschafft,
diese finsteren Dämonen,
haben einen Teil ihres grausigen Werkes vollendet,
haben mir etwas genommen,
was ich so gerne hätte gehabt.

Es war mir wieder nicht vergönnt!
Draußen vor der Tür scheint die Sonne,
in mir fällt der Regen 
und spült jenes weg,
was sie mir nicht erlaubt.


Warum bleiben sie nicht in der Hölle,
in die sie gehören?
Immer wieder kriechen sie aus ihren Grotten,
greifen mit ihren Krallen aus der Vergangenheit nach mir,
zerstören Teile meiner Zukunft.

Wut, wo bleibst du?
Zorn, Hass, warum versteckt ihr euch?
Ich brauche euch jetzt!
Mir bleiben nur die Tränen,
der Rest versinkt im Dunkel.....

 29.7.2004 - Michael Sascha


 

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