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Hoffnungen

   

 

Schweigen und Reden


Beredtes Schweigen erfüllt mich immer wieder,
ich will soviel sagen, will erzählen,
von dem was war, was mich bewegt.
Baue in Gedanken gute Sätze,
ausgefeilt und innhaltsvoll.

Dann kommt der Moment des Redens,
die Zeit es niederzuschreiben.
Wie vor einem unsichtbaren Hindernis steh ich dann.
Die Gedanken die eben noch waren vorhanden
zerschellen an der tiefen Angst vor dem Geschehenem.

Mitten in der schönsten Rede bleibe ich stecken,
renne gegen die Mauer des eigenen Schweigens an,
kann sie einfach nicht überwinden,
zu tief sitzt die Scham die mich überflutet
und nun meine Gedanken am Ausbruch hindert.

Mit kleinen Kniffen schaffe ich es hin und wieder,
mal auch mit reiner Gedankenlosigkeit mir selber gegenüber,
die Dinge auf den Punkt zu bringen,
trotz aller Hindernisse die ich zu meinem eignen Schutz benötige,
will ich doch mein Leid mit einem andren Menschen teilen.

So gehe ich Schritt um Schritt heraus aus dem Schweigen,
treibe mich voran trotz aller Schwierigkeiten,
geh auch mal einen Schritt zurück wenn’s nötig ist.
Ich will aber nie wieder solange versinken und vergessen,
will meinen inneren Seelen-Kerker für immer verlassen.

3.12.2003 - Michael Sascha

Für alle, die wie ich immer wieder vor dem Vergangenen stehen und einfach die Worte verlieren müssen.
 

Dieses Gedicht entstand, bevor ich die wirklich schlimmen Dinge in meinem Leben in Worte fassen konnte. Heute (Februar 2004) habe ich es geschafft und alles aufgeschrieben, jedes Detail, dass ich wieder weiß. Es hat mir sehr geholfen, dass ich das konnte.
 

(C) jetzt.trotz-allem.org 2004