Texte
Lebenslauf

 

 

Ich habe mich entschlossen allen hier einen etwas anderen Lebenslauf vorzustellen. Bitte achtet auf euch. Er wird sicherlich triggern!  
 

Vorgeschichte

1919 Mein Vater wird geboren, jüngster Sohn eines Bauern in Ostpreußen, Masuren. Er ist ein Zwilling, er und seine Zwillingsschwester überleben die Geburt gerade so. 
1921 Meine Mutter wird geboren. Sie ist die jüngste Tochter einer Eisenbahnerfamilie in der Großstadt Berlin. 1923 stirbt ihr Vater bei einem Unfall. 
ca. 1936 Der Stiefvater vergreift sich an meiner Mutter. Meine Großmutter entfernt ihn sofort aus dem Haus. 
1939 Der 2. Weltkrieg bricht aus, mein Vater ist einfacher Soldat. An der Ostfront erlebt er schlimmes. Er redet erst Jahre später darüber. Unter anderem weigert er sich, an einer Erschießung von Zivilisten teilzunehmen. Sein Glück war, dass die gesamte Kompanie darauf hin auch den Befehl verweigert.  

Meine Mutter erlebt die meiste Zeit des Krieges in oder in der Nähe von Berlin. Für einige zeit ist sie allerdings evakuiert, wie viele Berliner zu der Zeit. Trotzdem konnte sie bis zu ihrem Tod 2003 keine Feuerwerk ertragen. Es erinnerte sie zu sehr an die Bombennächte in Berlin.  

1944
Meine Eltern heiraten 

1945 Ende des 2. Weltkrieges
Mein ältester Bruder wird geboren. Meine Mutter lebt in der SBZ und schlägt sich durch, so gut es geht, mein Vater gerät in russische Gefangenschaft
Mein Großvater väterlicherseits wird auf der Flucht auch Ostpreußen unterwegs ermordet. Meine Großmutter erreicht Berlin. 
1946 Mein Vater flieht aus der Gefangenschaft und kehrt nach Berlin zurück
1947 Mein 2. ältester Bruder wird geboren
1952 Mein 3. ältester Bruder wird geboren
1954 Mein 4. ältester Bruder wird geboren
1958 Mein 4. ältester Bruder ist 4 Jahre alt. Mein ältester 13 Jahre. Es kommt zu der ersten mir bekannten Vergewaltigung an meinem 4. ältesten Bruder. Dieser wehrt sich zu heftig, so dass es zu keinen weiteren Übergriffen kam. Dafür vergriff er sich an der Tochter einer Freundin meiner Mutter. Das Mädchen war damals 8 Jahre alt. Er wird erwischt und es wird als Doktorspiel abgetan.

Mein Leben beginnt und endet ehe es begann

1959 Am 7.2.1959, um 23 Uhr abends, werde ich geboren. 
1959
Wann genau alles begann kann nur einer wissen, und der wird schweigen für immer. Nach meinem heutigen Wissensstand gehe ich davon aus, dass er die erste Gelegenheit nutzte, um sich mir anzunähern. Er war also 14 Jahre alt. Ich war maximal ein halbes Jahr alt, als er sich das erstemal an mir vergriff. Ich gehe davon aus, dass dies auf dem Wickeltisch passierte. Meine Eltern mussten um uns zu ernähren beide viel arbeiten in der "schönen DDR", die ja ach so familienfreundlich war. Die beiden ältesten mussten sich um uns kümmern, also auch wickeln. Eine ideale Gelegenheit für ihn. Aus ersten Versuchen wurde so sicherlich Gewohnheit. Aus unbedarften Schilderungen meiner Mutter weiß ich, dass ich oft und viel weinte in der zeit und dass ich oft am Po wund war. Sie führte es auf die damaligen schlechten Pflegemittel zurück. Das war aber nicht der einzigste Grund. Man hätte vielleicht besser hinsehen sollen.

 
1960 Ungefähr aus der Zeit stammen meine ersten eigenen Erinnerungen. Im Alter von einem Jahr entwickelte ich eine chronische Bronchitis, die ich heute noch habe. Mein Körper wehrte sich gegen gewisse Praktiken seinerseits. Es kann sogar sein , dass mir dabei etwas in die Lungen geriet, das so diese Krankheit bei mir auslöste. Meine frühesten Erinnerungen waren die Fesselung auf dem Bett, Vergewaltigung und etwas, was mir in den Mund eindrang. Geschätztes Alter 1 1/2 Jahre.
1961 Im April fliehen meine Eltern aus der DDR. Sie lassen fast alles zurück. Unser Weg führt über Berlin, Friedland in eines der kleinen Bundesländer im Westen. Alles soll nur vorrübergehend sein. Unser eigentliches Ziel ist Kanada. Dort lebt die älteste Schwester meines Vaters. Sie würde für uns bürgen. 
1961 Wir leben in einer kleinen Sozialwohnung. Mein Vater ist auf Montage und kommt nur alle 14 tage wieder. Meine Mutter kümmert sich um uns 5 Kinder und sucht Arbeit. Dies erweist sich als schwierig zu der Zeit. Die Vergewaltigungen gehen weiter.
1962
Ich fliehe vor meinem Bruder. In meiner Verzweiflung will ich aus dem Fenster springen. Ich weiß immer noch nicht, ob ich fiel oder nicht. Aus der Episode stammt meine Höhenangst.
Ca. im selben Jahr hätte er mich fast ersäuft. Ich wehrte mich bei einem Vergewaltigungsversuch in der Badewanne. Er drückte mich unter Wasser bis ich fast erstickte. Daher stammt meine extreme Todesangst.
Meine Mutter erwischt ihn mitten bei einer Vergewaltigung. Es muss so in der zweiten Jahreshälfte gewesen sein. Sie unterbindet ab sofort jede Möglichkeit und passt auf mich auf.  

1963 Mein ältester Bruder plant einen Banküberfall. Der scheitert kläglich. Auf Grund der vielen Repressalien flieht er von zu Hause. Der erste Versuch missglückt, der zweite gelingt. Er flieht zurück in die DDR. Von dem Regime wird er mit großem Bahnhof wie man sagt, empfangen. 
1963 Ich komme für 12 Wochen zu Pflege-Eltern. Ich wusste nicht warum und empfand es als Strafe, für das was da war. 

Jahre der Ruhe

1966 Einschulung
1966 Umzug ins eigene Haus. Ich helfe wo ich kann. Ich habe die schlimme Zeit vergessen. Nur zeigen sich die psychischen Folgen. Ich bin gerne alleine, spiele aber auch ganz gerne mit den Großen. Aber ich finde sie blöd, weil sie mich oft ärgern. 
1967 Kleines Erlebnis, das sich heute erst erklärt: Wir haben eine Badewanne im Haus. Um auf die Toilette zu gehen, muss man durchs Bad. Ich gehe hinein und mein 3. ältester Bruder liegt in der Wanne. Ich erschrecke extrem und sehe nur sein Geschlechtsteil. Es kommt mir riesen groß vor. Ich flüchte und er bleibt verblüfft zurück
1967 Klassenausflug, 5 Tage. Wieder ein Hinweis auf die schlimmen Zeiten. Ich weigere mich standhaft, die Toiletten der Jugendherberge zu benutzen, weil es dort stinkt. 

Direkt in die Hölle und die Jahre danach

1968 Seit ich ein Jahr alt bin, quälte mich die Bronchitis. Ich hatte mich schon an sie gewöhnt. Aber es war schon extrem. Ich hustete sehr viel und das fiel einer Frau vom Gesundheitsamt auf. Die Würfel fielen...
1968
Sommer
1. Woche
... und sie schickten mich in eine Kur. Auf der Fahrt dorthin stießen weitere 4 Jungs hinzu. Ein 7 jähriger, ein weiterer 9 jähriger, ein 14 jähriger und ein 16 jähriger. 
Wir kamen dort an. Ein großes Kinderheim. Die meisten waren in der 1. Etage untergebracht. Im Erdgeschoss war der Speisesaal und die Behandlungsräume. Aber auch ein kleiner Schlafsaal, wie für uns 5 Jungs geschaffen. Er war ganz am Ende des Gebäudes. Schräg gegenüber war einen kleine Toilette mit Waschraum. Die Aufsicht für die Nacht war oben untergebracht in der 1. Etage, am anderen Ende des gesamten Gebäudes. Alles in allem eine fatale Kombination. Er hat das wohl sofort bemerkt.
Schon am 2. Tag machte er klar, wer der Boss im Zimmer war. Der 14. jährige Junge war ein schüchterner, schmaler Bursche und hatte nichts zu sagen. Es kam zu ersten sexuell ausgeprägten Übergriffen. Ich zeigte Widerstand, aber eher passiv. Er war auch für einen 16 jährigen sehr gut gebaut, also körperlich für mich als neunjähriger Hämpfling keine Chance. 
1968
Sommer
2. Woche
Er fing an, meinen Willen zu brechen. Dazu kam er abends an mein Bett. Er zog mir die Bettdecke weg und urinierte mich an. Flucht war nicht möglich, da mein Bett in der Ecke des Raumes stand. Er lachte dabei. Auch der andere neunjährige grinste. Es war fürchterlich. Er deckte mich zu und ich verbrachte die Nacht in seinem Urin. An Schlaf war nicht zu denken. Am nächsten Morgen wurde ich von der Aufsicht als Bettnässer beschimpft. Ich konnte nichts sagen. Dies wiederholte sich noch mindestens ein mal. Mein Widerstand war vorbei. Um ihn endgültig zu brechen kam es zu einer folgenschweren Tat. Das vorige bezeichne nicht nur ich als Folter. Psychische Folter gepaart mit Gewaltandrohung. Nun kam noch Gewalt direkt hinzu. Ich saß auf der kleinen Toilette im Erdgeschoss um mich zu erleichtern. Er kam hinzu, riss dir Tür auf, zog mich vom Sitz und drückte mich in die noch volle Schüssel. Danach trat er mir noch ein paar mal in die Rippen und verschwand. Ich lag halbnackt und beschmutz am Boden. In dem Moment zerbrach in mir etwas endgültig. Bis heute sehe ich die Szene als fast unbeteiligter vor meinen Augen. Meine Seele zerbrach endgültig und mein Ich versteckte sich in mir, damit ich nicht ganz zerbrach. 
1968
Sommer
übrigen Wochen
Mein Widerstand war gebrochen und er konnte mit mir machen was er wollte. Das tat er dann auch. Es kam zu einigen Vergewaltigungen auf der kleinen Toilette. Ob der andere neunjährige auch reif war, weiß ich nicht. Er war sowieso in allem williger. An dem Siebenjährigen spielte er nur. Mit uns trieb er noch einige erniedrigende Spiele. So mussten wir uns vor die Betten stellen und die Hosen herunter ziehen und an uns spielen. Er lachte uns dabei aus, weil sich noch nichts rührte. Bei einem anderen  Spiel lag er in seinem Bett und wir mussten uns nackt auf ihn legen. Es war sehr erniedrigend. Ich hatte angst, es käme jemand herein und sähe mich so auf ihm liegen. Einmal ließ er sich von dem anderen neunjährigen Kekse in den Po stecken. Ich fand es absolut eklig. Und sein Lieblingsspiel war "Schlafe". Wir mussten so machen, als ob wir schliefen. Er rüttelte dann an uns und fummelt an uns herum. Und wehe einer bewegte sich. Dann gab es zur Strafe Schläge auf den nackten Po.

Ich verdrängte das meiste sofort. Tagsüber waren wir unter Aufsicht. Wir erhielten unsere Behandlungen, waren viel draußen. Ich spielte wie jeder andere auch. Nur in mir war etwas zerbrochen. Die Folgen kamen erst später. 

1968
zurück aus
der Hölle
Genau weiß ich es nicht mehr. Ich weiß nur, dass ich nie etwas sagte und total verändert zurück kam. Ich weiß auch nicht, was meine Mutter dachte. Sie muss gemerkt haben, das was passiert war. Ich war total verschlossen, ängstlich. Ab sofort lebte ich zurückgezogen in einer Art Traumwelt. Noch in dem Jahr erzählte meine Mutter das erstemal jemand davon, dass sie ihn dabei erwischt hatte.
1969
Ein Alptraum beginnt. Wie lange er dauerte, weiß ich nicht mehr. Jeden Abend wenn ich die Augen schloss war ich wieder in den Gängen. Ich schwebte förmlich durch diese endlosen Gänge. Sie waren dunkel, kein Licht darin. Nur ganz am Ende, weit, weit Weg war ein leichter Schimmer. Es war ein schrecklicher Alptraum. Ich hatte große Angst und stöhnte laut. Ich hörte das auch. Ich schlief also nicht. Es war eine Art Halbschlaf. Mehrere Monate ging das. Meine Brüder beschwerten sich schon darüber, weil ich jede Nacht stöhnte. 

1970 Mein erster Migräneanfall. Wir hatten Besuch und ich spielte mit meinen Cousinen auf einer Wiese gegenüber von unserem Haus. Mir wurde komisch und ich sagte, ich würde kurz rübergehen. Ich ging in mein Zimmer, setzte mich aufs Bett und dann kam der Schmerz. Ich wurde ohnmächtig. Nach 3 Stunden kam ich wieder zu mir. 
1971 Ich bekam mein Gipsbett und mein Korsett. Nachts konnte ich nur noch auch meinem Rücken schlafen in einer harten, kalten Schale. Tagsüber drückte das Korsett überall. Trotzdem wurden die Kopfschmerzen immer schlimmer. Auch die Bronchitis war immer noch da. Meine Mutter begann damit, mich mit Medikamenten zu füttern. 
1972
Meine Eltern kaufen einem Zigeuner 2 Ponys ab. Dazu eine kleine Kutsche und komplettes Reitgeschirr. Ich war stolz wie nur was. Ich durfte Reiten und durfte auch mit der Kutsche ausfahren. 

1973 Ein Arbeitskollege meines Vaters kommt jetzt öfters vorbei, um sich den Pferdemist abzuholen für seine Obstbäume. Wie so nebenbei beginnt der 3. SMB. Er erzählt mir absolut schmutzige und eklige Witze. Wie zur Unermalung greift er mir zwischen die Beine und spielt an mir herum. Dies wird nach und nach zu einer ständigen Einrichtung. Ich kann mich nicht dagegen wehren und stehe jedes mal wie gelähmt vor ihm. 
1974
War es Glück oder war es Pech. Es war jedenfalls für mich ein weiterer heftiger Schlag. Innerhalb von 2 Wochen sterben die beiden Ponys. Wie ich heute erst weiß, hat sie der neidische Nachbar vergiftet. Er täte gut daran, mir nie wieder über den Weg zu laufen.
In diesem Jahr eröffnet man mir, dass meine Mutter Krebs hätte und nur noch ca. ein Jahr zu leben hätte. Es war eine Lüge. Sie hatte erst viel, viel später Krebs. Damals hatte sie eine heilbare Darmentzündung. Sie log absichtlich, um ihren Mann an sich zu binden. Mir spielte sie damit auch übel mit. Sie wusste doch, dass ich sehr an ihr hing. 

 
1975 Ich gehe auf die Handelsschule, erste intensiver Erfahrungen mit Alkohol.
1977 Ich mache eine Lehre, die ich nicht wollte. Ich musste aber. Meine Mutter hatte das arrangiert.
1978 Ich setzte von mir aus die Medikamente ab. Ich will sie nicht mehr. Mit viel Glück trage ich keine Gesundheitsschäden davon. 
1980 Grundwehrdienst
1983 Meine erste echte Freundin trat in mein Leben und ich wurde wissentlich entjungfert. Irgendwie liebe ich sie noch heute.
1984 Sie verlässt mich wegen einem anderen. Ich bin todunglücklich.
1986 Ihre Nachfolgerin tritt in mein Leben

Das Drama kündigt sich an

2001 Nach fast 16 Jahren Gemeinsamkeit verlässt mich meine Lebensgefährtin. Damit beginnt eine Talfahrt der besonderen Art.
2002 Im Februar erwähnt ich ohne mir was zu denken so nebenbei, dass ich auch schon vergewaltigt wurde. Es ist aber sofort wieder vergessen.
2003
um Ostern
Am Palmsonntag führe ich das letzte normale Telefonat mit meiner Mutter, sie klagt über Schmerzen im Rücken. Am Montag liegt sie bereits im Krankenhaus. Am Karfreitag die endgültige Diagnose. Krebs im Endstadium.
2003
April
Letzter Besuch bei meiner Mutter. Abschied für immer. Am 27.4. weine ich das erste mal nach all den Jahren fast ungezwungen. Die Tränen sind ungewohnt. 
2003
Mai
Am 11 Mai stirbt meine Mutter. Ich breche fast zusammen. Ende Mai ist die Beerdigung. Auf der Beerdigung breche ich am offenen Grab wieder fast zusammen. Nach der Trauerfeier, nachts um 1 Uhr, spreche ich das erstemal davon mit meinem Neffen und seiner Frau. Am 2.6. gibt es eine kurzer Erinnerungsblitz. Zum aller erstenmal wird mir die wahre Konsequenz bewusst. Ich verdränge es sofort wieder. Meine Höhenangst ist weg.

Das Drama beginnt

9.6.2003 Pfingstmontag 2003, morgens um kurz nach sieben Uhr. Ich erwache aus einem jahrelangen Traum. Erste Szenen stehen vor meinen Augen und ich weiß wieder oder endlich was das war: Sexueller Missbrauch. Ich fange an zu erzählen und habe seit dem nicht mehr aufgehört.
2003
Juni/Juli

 

2003
August

 

Vom 2. SMB kommen immer mehr Szenen wieder in Erinnerung. Wie bei einem Puzzle wird das Bild immer deutlicher bis ich denke, dass ich alles wieder weiß. Leider fehlte noch die grausamste Szene. Auch der letzte SMB kommt gegen Ende so ganz nebenbei hinzu. 
Mir wird klar, dass vor dem 9. Lebensjahr etwas gewesen sein muss. Am 21.8. wird daraus Gewissheit. 

2003
September - Dezember
Nach anfänglichem zögern willig ich schnell in eine Therapie ein. Ab dem Zeitpunkt, an dem mir klar wurde, dass er mich gefoltert hatte, drängte ich förmlich darauf. In der Zwischenzeit hatte ich mit Ralf von Schotterblume einen guten Weggefährten gefunden, dem ich auch die schlimmsten dinge erzählen konnte.
2003
Dezember
Ich dachte ich bin am Ende mit den Erinnerungen. Es kommt eine ruhigere Zeit auf mich zu. Ende Dezember fahre ich nach Berlin. Unter anderem um eine Ausstellung vorzubereiten.
2004
Januar
Der Januar fängt gut an. Am 6.1. ist die Vernissage zu meiner Ausstellung. Ein voller Erfolg. Die Kritiker sind begeistert. 4 Tage später fahre ich nach Hause. Irgend was stimmt nicht. Die Stimmung kenne ich. Mir fällt die Pflegefamilie ein. War es das? Das 4. innere Kind kommt hinzu. 
2004
Ende Januar
Beim Lesen eines Beitrages eines Überlebenden explodiert jene Szene auf der Toilette förmlich in meinem Kopf. Ich sitzt ca. 2 Stunden vor dem PC und kann mich nicht mehr rühren und schreie nur noch. 
2004
Februar
Ich bin immer noch wie gelähmt. Ein Flashback jagt den anderen. Es werden immer mehr statt weniger. Gefühlsflashs überhäufen mich, als wäre ein Ventil gebrochen. In der 2. Woche wird mir klar. Dass mein 1. SMB schon sehr früh begonnen haben muss. In einem Gespräch mit Ralf wird es ganz klar. Er sagte nur: "Ich dachte, dass wüsstest du." Ich ging die ganze zeit von ca. 2 Jahre aus. Ich war am Ende und schrie wieder eine halbe Stunde am Telefon. Danach war mir eines klar: ich muss hier weg, in eine Klinik. Ende Februar leitete mein Thera alles in die Wege. Den Tag vergisst er nie. Ich hab in der Sitzung fast nur geschrieen. 
2004
März - Mai
Klinikaufenthalt. Hier komme ich endlich wieder zur Ruhe. Durch vielfältige Therapieformen kann ich vieles erreichen und auf neue Gedanken kommen. Zusätzlich helfen die Medikamente. 

Auf dem Weg zur Besserung

2004
Juni/Juli
Zwischentief: Kein Job, Schulden und kurz davor das Haus zu verlieren, an dem ich sehr hänge. Ich stehe kurz vor dem Suizid.
2004
August
Einige Probleme lösen sich fast von selbst. Neuer Job ab September, Partner beim Hausausbau findet sich, Geldsorgen lösen sich auf. Damit auch die tiefe Depression. 
2005 Mein Weg geht weiter. Immer noch habe ich Flashbacks, auch hin und wieder mal eine Angstattacke. Das gehört wohl zu meinem Leben dazu. Der Täter Nummer Eins war vor kurzem hier. Warum? Er wollte Geld aus der Erbschaft. Sonst nichts. Es soll zur Hölle fahren!

... und das Leben geht weiter ....

 
 

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