Texte
An die Täter

Wesen der Nacht


Diese Wesen der Nacht
(so muss man sie bezeichnen)
dürfen uns nicht beherrschen,
niemals!

Sie sind die wahren Monster,
die Vampire,
die an unserer Seele saugen,
diese "Nightmares On Elmstreet" des Realen.

Diese armseligen Kreaturen,
in den Körpern von Menschen gefangen,
ohne zu wissen, was sie darin sollen,
völlig fehl am Platze.

Was soll man mit ihnen machen?
Zwangsweise kastrieren?
Sie einfach präventiv erschießen?
Ehe sie das nächste Leben zerstören?

Sperrt sie ein!
Sie sollen arbeiten.
Für alle, die sie geschädigt,
den Rest ihres jämmerlichen Daseins!

Wie gerne würde ich sagen:
Ich hasse sie nicht!
Aber das wäre gelogen!
Ich verachte sie aus tiefstem Herzen!

Ich will sie nicht töten,
ich will sie aber auch nicht in Freiheit wissen.
Sie sollen leiden,
so wie ich 34 Jahre litt.

Man darf ihnen nicht verzeihen,
man muss sie nur verachten,
sie bloßstellen wo man kann,
sie dürfen keine weiteren Chancen haben.

Wir sind es einfach anderen schuldig,
die Anderen,
die noch nicht betroffen,
besonders allen Kindern.

Ich wurde als Kind zerstört,
gebrochen tief in meiner Seele,
zerstört von einem solchen Monster;
und nun kämpfe ich ums Überleben!

Das Monster hat mich aber nie ganz zerbrochen,
mein wahres Ich hat sich nur zurückgezogen,
wartete die ganzen Jahre auf die Heilung der tiefen Wunden,
die dieses Wesen der Nacht geschlagen hat.

Heute beginnen die Wunden langsam an zu vernarben,
sie schmerzen zwar noch sehr,
aber diese Schmerzen werden eines Tages weichen,
die Narben aber werden bleiben.

Mein innerstes Ich flüstert mir ein,
ich soll mich nicht vergreifen
an diesem Wesen,
an diesem Untier.

Ich weiß sehr wohl,
mein Ich hat Recht,
aber ich will auch,
dass keiner von diesen ungestraft davon kommt.

Zu groß ist jetzt schon der Hass,
die unbändige Wut,
die über Jahre hinweg immer nur gegen mich selber gerichtet war,
ohne zu wissen warum.

Ich wusste nie,
woher dieser Zorn kam,
unbändig brach er aus mir hervor,
ich verletzte mich immer und immer wieder.

Doch nun soll dieser Zorn die richtigen treffen,
soll ihnen Schmerzen zufügen,
ich werde jeden laut benennen,
wenn ich ihn sehe.

Kein Schweigen darf sie schützen,
sie müssen ins Rampenlicht,
hervorgezerrt in die Realität,
hinab ins Verließ mit ihnen!

Egal ob Fremder,
ob Bruder, Vater, Mutter, Mann, Frau,
schützt sie nicht!
Sie müssen ihre Strafe finden, jetzt!

Verbittert bin ich heute,
mein Leben liegt in Scherben,
klebe jetzt mühsam die Puzzelteile zusammen,
hoffe dabei auf eine bessere, neue Zeit.

Aber auch die Verbitterung wird weichen,
nur einen sanften Nachhall werde ich wohl immer spüren;
und diesen werde ich immer brauchen
um die bessere Zukunft zu meistern.

Verzeiht mir bitte,
all ihr guten Menschen,
wenn ich euch mit meinen Versen erschrecke,
aber meine Seele muss sich erleichtern.

Schlimmes musste ich erleben,
meine kleine Seele schrie vor Qual
und das im kindlichen Alter von 9 Jahren,
die schreckliche Erinnerung kommt erst heute.

Und sie kommen jeden Tag,
setzen zusammen das Puzzle meiner Seele und meiner Schmerzen,
der Hass wird dabei immer größer, und
führte zu jenen Worten.

Ich schäme mich nicht deswegen,
ein wenig erschrecke ich mich davor,
aber es muss heraus!
die Monster sollten sich vor den Worten erschrecken!

Gerade heute kam ein besonders schmerzliches Stück der Erinnerungen hoch,
machte mir bewusst,
wie schlimm diese Wesen sind,
was für grausames Potential in ihnen steckt.

Es tut dann nicht wunder,
dass solche Gedanken aufkommen.
Freispruch kann nur das Urteil für jeden lauten,
der seinen Peiniger ermordet!

Ich werde wohl nicht zum Mörder,
das Leben hat mich vor allem etwas gelehrt,
Rache kann nur bedingt Friede bringen.
Und ich will den ganzen Frieden!

4., 5. und 6.7 2003 - Michael Sascha

Nachtrag vom 30.7.2003:

Einige Altersangaben in diesem Gedicht stimmen so heute leider nicht mehr: Macht aus der 9 eine 2, und aus den 34 Jahren dann natürlich eine 42!

Nachtrag vom 19.2.2004

Macht aus der 2 2 Monate und aus den 42 Jahren dann natürlich eine 44!

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