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Texte
Tagebuch des Erwachens |
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Weitere Erkenntnisse
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Die weiteren Phasen sind fließend. Das heißt, die beginnende
Kampfphase und die davor liegende Erkenntnisphase kann man nicht
klar trennen. Es handelt sich um den Zeitraum vom 23.6.2003 bis heute
(August 2003). Darum werde ich zwar die Erkenntnisse und Vermutungen
chronologisch kurz hier aufführen (ohne Details), werde aber die
Daten im einzelnen weglassen.
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Detail-
Erkenntnisse |
In der Woche vom 23.6. wird mir bewusst, dass es zur
letzten Konsequenz gekommen ist. Ein heftiger Nervenzusammenbruch
war die Folge. Ca. eine Woche später erkenne ich, mit welchen
Foltermethoden er meinen Widerstand gebrochen hat. Ein weiterer,
fast noch heftigerer Zusammenbruch war die Folge. |
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| Verdacht |
Gegen Ende Juni kommt ein Verdacht auf. Durch
Lektüre, auch von wissenschaftlichen Berichten im Netz stelle ich
fest, dass auch Erinnerungen vor dem 9. Lebensjahr eigentlich
nicht vorhanden sind. Warum? Kurz drauf fallen mir verschiedene
Indizien ein, die für einen noch früheren Missbrauch sprechen.
Unter anderem auch rein organische Probleme, die ich schon sehr früh
hatte. Auch Ängste fallen mir wieder ein, die schon mit 5-6 Jahren
vorhanden waren. |
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Erste
Gewissheiten |
Anfang Juli führe ich ein weiteres Gespräch mit
meinem Bruder C, zu dem das Verhältnis nicht so intensiv ist, wie zu
den beiden anderen (danach war das Verhältnis aber geklärt, danke
C). 1,2 Tage später tauchen die ersten Erinnerungsfetzen auf,
anfangs von mir noch als Einbildung abgetan. Inzwischen bin ich aber
der Überzeugung, dass jedenfalls da etwas war. Was genau, weiß ich
noch nicht. Der Verdacht richtet sich gegen einen weiteren Bruder,
dem ältesten von allen. Genaues Nachrechnen meinerseits ergibt ein
Alter von 2 bis 3 bei mir. Heute (21.8.2003) weiß ich jetzt
folgendes mit absoluter Gewissheit (nach einem Gespräch mit Bruder
B:
- Mein ältester Bruder hat mich vergewaltigt
- Meine Mutter hatte davon gewusst (sie hatte es B erzählt vor
zig Jahren)
Eine neue Zeugin ist hinzugekommen (26.8.03). Sie weiß, dass
meine Mutter ihn inflagrantie bei der Vergewaltigung erwischt
hatte. Sie trennte ihn sofort durch Unterbringung in einem
Internat von mir. |
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Weitere
Erkenntnis |
Im Zusammenhang mit der Erkenntnis über den Bruch
meines Widerstandes mit 9 fällt mir eine weitere sexuelle
Belästigung im Alter von 14/15 wieder ein. Für sich genommen zwar
kein Weltuntergang, aber insgesamt doch. Ich fühle mich schmutzig
(zu diesem Zeitpunkt, ist inzw. zu Wut und Hass geworden) |
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| Eine weitere Phase kündigt sich an |
Vor jetzt 3 Wochen (heute ist der
28.10.2003) bekam das Monster Nr. 1 ein Gesicht. Bei Aufräumarbeiten
fiel mir eine kleine schwarze Mappe in die Hände. Darin befanden
sich Unterlagen von 1964. Sie waren von ihm! Zeugnisse, Bilder
seiner Freundin von damals, Notizen und ein Ausweisheft des
Deutschen Sportbundes. Ich schlug es auf. Sein Gesicht starrte mich
an. Im Laufe von 2 Tagen steigerte sich dieses und noch einiges
anders dermaßen, dass ich haltlos zusammenbrach. Es ist schrecklich,
zu wissen, wie ein Monster ausgesehen hat. Ich konnte mir bis zu
diesem Zeitpunkt kein Gesicht zu den Taten vorstellen. Dieses
Wissen hat mich dermaßen aufgeregt, dass ich Zusammenbrach. Dazu
kamen seine Notizen. Sie beinhalteten zwar nichts definitives, aber
sie machten mir deutlich, wie verstört er war. Hatte dann auch
später erfahren, dass er einen Bankraub geplant hatte. Er wollte
sogar seinen jüngeren Bruder da mit hineinziehen. Ein absolut
krimineller Mensch. Bankräuber und Vergewaltiger, das passt!
Kurz
darauf kamen die ersten Attacken, die sich rein auf gefühlsmäßiger
Ebene abspielten. Es kamen die schrecklichen Ängste und Gefühle von
damals hoch. Es war schrecklich. Mein Therapeut gab mir zu
verstehen, dass nun eine neue Phase der Verarbeitung beginnt. Es
wird die härteste werden im Gesamtprozess meine Heilung. Jetzt
werden all die schlimmen Gefühle und Schmerzen kommen, die ich
damals empfand, sowohl als 2,3 Jähriger als auch die mit neun
Jahren. Die Gefühle mit 14, 15 hatte ich gleich gespürt. Es waren
hauptsächlich Ekel vor dem Täter und die absolute Machtlosigkeit ihm
gegenüber.
Am 27.10.03 hatte ich dann einen weitere schlimme Attacke. Sie
leitete die Erinnerung an ein weiteres, sehr schlimmes Detail ein.
Mir wurde bewusst, dass ich mich als 2, 3 Jähriger gegen die Gewalt
von ihm gewehrt haben muss. Ein Kind wehrt sich, wenn man ihm
wehtut. Aktion - Reaktion - Aktion. Ich habe sicherlich geweint,
werde um mich geschlagen haben (so wie ich es jetzt auch während der
Zusammenbrüche mache) usw. Er muss daraufhin reagiert haben.
Schläge, Drohungen und Kraftdemonstrationen dürften zu mindest am
Anfang an der Tagesordnung gewesen sein. Es gehört nicht viel dazu,
ein zweijähriges Kind mit Gewaltaktionen zum Schweigen zu kriegen.
Ein Rückzug nach innen war die zwangsläufige Folge. Der Rückzug
dauerte 41 Jahre. |
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(C)
jetzt.trotz-allem.org 2004 |
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