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Auszug aus einem Forumsbeitrag:
So eine Woche! Oje, die hatte es in sich!
Am Montag begann alles ja ganz normal.
Aufstehen, Frühstück usw. Dann ein wenig gearbeitet. Gegen Mittag
hoch und eine Tasse Kaffee gemacht. Fernseher an, Nachrichten
gekuckt. Also ganz normal.
Und dann ging’s los. Ich merkte, wie die Unruhe
in mir zunahm. Erst ein leichtes Zittern. Ich wusste, du musst
sofort ins Bett. Sonst passiert Schlimmes. Kaum war ich im Bett,
ging’s los. Wie sagt man so schön: Panik!
Angst überschwemmte mich. Hab im ersten Moment
laut aufgeschrieen. Aber diesmal nur ein einziger Schrei. Dann
konnte ich nicht mehr schreien. Nur noch Schmerzen. Und keine
Tränen. Ist mir hinterher erst aufgefallen. Ich weine sonst oft.
Diesmal ging es nicht. Schreien? Keine Chance. Ich habe nur noch
gezittert, mich zusammengerollt und gekrampft. Es wurde immer
schlimmer. Immer tiefer ging’s hinab. Ich muss so 1, 2 Stunden so
auf dem Bett gelegen haben. Ab und zu kam noch ein Wimmern, sonst
nichts mehr. Der ach so starke Mann war fertig und alle.
Dann klingelte das Telefon. Mit viel Mühe
konnte ich den Hörer abnehmen und hab irgendwas gesagt. Eine liebe
Freundin war dran, die weiß, was mit mir los ist. Und sie kennt sich
aus. Nach einer halben Stunde so rum hatte sie mich so weit. Die
Attacke war vorbei.
Am nächsten Tag hatte ich Therapie. Habe ihm
auch davon erzählt. Auch von dem Telfontherapeuten habe ich ihm
erzählt und dass dieser mich auf so was vorbereitet hatte. Er konnte
ihm nur zustimmen. Die Phase, in der die Gefühle von damals
hochkommen, ist voll im Gange. Und sie ist schlimm.
Ich habe dann die Freundin besucht. Sie
arbeitet direkt gegenüber. Ich musste auf sie warten. Während ich so
gewartet habe, rekapitulierte ich noch mal das Gespräch und den
gestrigen Tag. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Man ist
ja Meister im Verdrängen, wenn man dass 41 Jahre praktiziert hatte.
Ich hatte einfach bis gestern die ganze Tragweite des 1. MB’s nicht
realisiert. Ich konnte und wollte bis zu diesem Moment die reine
Gewaltkomponente nicht annehmen. Habe nur die Bilder aufgenommen,
die Tatsache an sich und meine Gefühle von heute gegenüber allen 3
Taten. Aber die reine Gewalt besonders im 1. Fall habe ich einfach
verdrängt. Und diese Gewalt hatte mich gestern überschwemmt. Daher
war meine Angst gekommen. Kein Wunder. Was muss ich damals für eine
Angst mit 2 Jahren gehabt haben vor dieser rohen Gewalt. Spüre jetzt
noch seine Hand auf meiner Schulter. Sie ist riesig. Und Schläge gab
es. Reichlich. Immer an den Kopf. Die reinen Schmerzen der Vergew.
hatte mir der kleine schon vermittelt, dies muss für ihn aber fast
noch schlimmer gewesen sein, dass er jetzt erst damit rausrückt.
Die Woche über wurde mir immer klarer, was da
für Gewalt im Spiel war. Auch die Gewaltszenen mit 9 kamen noch mal
hoch. Ich wusste auch, dass das vom Montag nur ein Vorgeschmack ist
auf das Kommende. Es waren nur diffuse FB’s gewesen. Aus Erfahrung
weiß ich inzwischen, dass da selbst aus der frühen Phase klare
Bilder kommen.
Freitag war ich ein wenig unterwegs. Samstag
auch. Ich habe früher viel Alkohol getrunken. Das hat sich zum Glück
fast seit dem Tag X geändert. Trinke fast gar nichts mehr (das ist
gut!). Dann kam der Sonntagmorgen. 6:30 bin ich wach geworden. Habe
sofort meine Unruhe gespürt. Und richtig. Es ging fast übergangslos
ab. Zittern, schreien (diesmal ging’s), weinen usw. Habe dann
krampfhaft aus dem Fenster gestarrt und versucht, diese Flut an
Angst und Schmerzen zu bändigen. Langsam lösten sich die Krämpfe.
Ich habe dann angefangen in Gedanken einen Monolog zu führen. Ich
habe einfach mir einem imaginären Publikum gesprochen. Habe dem
Publikum meine Gedanken mitgeteilt, meine Pein, meine Angst. Das hat
geholfen. Gegen 8 Uhr konnte ich dann aufstehen. Kaffee, Frühstück.
Dann runter an den PC, Mails abgerufen und den Monolog von vorhin
aus dem Gedächtnis so gut es ging aufgeschrieben. Das ganze hat dann
bis 13 Uhr gedauert (mit kleine Unterbrechungen).
Um 13:30 kam ein guter Freund vorbei. Wir
trinken immer Kaffe sonntags und reden miteinander. Dabei bekommt er
auch meist meine neuesten Werke. Ich gab ihm den Monolog zu lesen.
Ich wies ihn aber darauf hin, dass es starker Tobak ist. Während er
ihn las, habe ich ihn beobachtet und bin selber in Gedanken den
Monolog durchgegangen. Meine Unruhe stieg sofort wieder an. Zittern
und so. Er war noch nicht fertig, da setzte sich der Anfall von
heute morgen fort. Musste mich wahnsinnig zusammenreißen. Konnte
aber nicht verhindern, dass ich zitterte wie Espenlaub und mir die
Tränen herunter liefen. Er war sehr bleich. Das musst du
veröffentlichen, sagte er nur. Damit die Menschen wissen, was los
ist. Ich konnte nur noch Nicken und weinen. Ich konnte mich dann
wieder etwas beruhigen. Nach einer Stunde musste er wieder gehen. Er
gibt Nachhilfeunterricht und hatte einen Termin. Hätte ich was
gesagt, wäre er auch geblieben. Aber ich wollte allein sein.
Kaum war er weg, ging’s weiter. Schaffte es
grade noch bis zum Sessel. Dann ging die Reise in die Vergangenheit
weiter. Schreien, Zittern, Weinen. Mein Blick fiel auf einen Gürtel,
den ich mir letzte Woche gekauft hatte. Angst kam in mir hoch. Ich
konnte wieder nicht Schreien. Nur noch Angst. Was ist nur mit diesem
verdammten Gürtel, dachte ich. Irgendwie habe ich es geschafft, ihn
in irgendeine Ecke zu werfen, wo ich ihn nicht mehr so sehen musste.
Nach 2 Stunden habe ich es endlich geschafft, meine Freundin
anzurufen, die mich schon seit den ersten Tagen begleitet. Sie
schaffte es dann wieder mal mich auf den Teppich zu bringen. Hat so
ein halbe Stunde gedauert.
Hab natürlich wieder ein paar Blaue Flecken
mehr an den Armen, aber die gehen weg. Ich war danach fertig und
müde. Also ab ins Bett. Einfach etwas entspannen. Aber eigentlich
hätte ich es wissen müssen. Kaum lag ich da, begannen die FB’s. Erst
die üblichen Gefühle. Schmerzen und so. Hände überall. Und dann kam
was Neues. Hatte ja den Verdacht, dass der Gürtel irgendwas mit
Schlägen zu tun hatte. War aber nicht so! Ich bekam auf einmal fast
keine Luft mehr und ich konnte meine Arme nicht mehr bewegen. Ich
war gefesselt. Ich lag da, konnte mich kaum bewegen, der Gürtel
schnürte mir die Luft ab und er tat das übliche mit mir.
Damit war das Rätsel um den Gürtel gelöst. Es
hört sich schlimm an, aber ich war irgendwie erleichtert. Ich wusste
wieder ein Detail mehr, der Anfall war vorüber. Bin dann glaube ich
so gegen 17 Uhr runter und bin durch die Foren (bin in 4 Foren).
Dann habe ich mir noch den Beitrag in Mona Lisa angesehen und bin
nicht zusammengeklappt (wenn auch nicht viel gefehlt hätte). Es war
erste Mal seit dem Tag X dass ich mir so einen Beitrag bewusst
angesehen habe. Ich habe sie bisher vermieden. Sie triggern mich nun
mal sehr.
Das war eine schöne Woche! Wie in einem
Lehrbuch für unsere Therapeuten. Aber man kann sie überstehen. Darum
habe ich es aufgeschrieben. Für mich und auch für euch. Ich bin
nicht stärker wie ihr alle. Wir können es schaffen! Ich will es
schaffen. Solche Monster können und dürfen nicht siegen!
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