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Sascha


Wer ist Sascha?
Ist Sascha Alexander,
ist er Alexandra?
Nein,
ich bin Sascha und
Namen sind nur Namen!

Sascha gefällt mir und
ich bleibe dabei.
Nur der Grund für diesen Namen,
der gefällt mir nicht,
er hätte nicht sein müssen,
er war unnötig!

Mein Leben,
es wird bestimmt davon,
Sascha bestimmt es.
Keine Angst,
Sascha ist keine weitere Person in mir,
ich nenne einfach mein Unterbewusstes so.

Und das hat mich geschützt,
hat mein Leben bestimmt,
seit so vielen Jahren.
Nun hat Sascha es zugelassen,
dass ich damit beginne,
mich zu erinnern,
zu erkennen.

Und ich erkenne nach und nach,
Stück für Stück die Wahrheit,
sie ist schlimm!
Erst tauchen Dinge auf,
die mit neun geschahen,
ein Fremder machte mit mir was er wollte.

Folter,
Missbrauch,
eigene Befriedigung,
das waren seine Ziele,
ohne Rücksicht auf uns,
den kleinen gequälten Seelen.

Und Anderes brach hervor,
scheinbar nur Kleinigkeiten,
ein alter Bock mit weit über 60 Jahre schon,
fand Spaß an meinen Genitalien,
grad mal 14 Jahre war ich zu dieser Zeit,
er musste fortlaufend mit ihnen Spielen.

Mein Nerven spielen verrückt,
meine Leben liegt in Scherben vor mir!
Und es geht weiter,
weiter zurück,
hinab in die Vergangenheit,
die noch schlimmer ist.

Aus der eigenen Familie kam er,
der mich schon mit 2 Jahren missbrauchte,
der eigene Bruder machte dass,
was nie hätte sein dürfen,
was ich ihm nie verzeihen werde,
mag er in der Hölle schmoren

Gute Freunde, 
gute Freundinnen noch mehr,
sie helfen mir in dieser schlimmen Zeit,
machen mir Mut,
geben mir Kraft,
die ich jetzt so dringend brauche.

So vieles wird immer klarer,
Erklärungen für Vergangenes sind auf einmal einfach,
mit Erschrecken erkennt man,
das auch die Gesundheit litt 
und das so stark,
wie ich es mir nie vorgestellt hätte.

So stehe ich heute hier,
schreibe diese Zeilen,
suche Hilfe bei Therapeuten,
die ich vor kurzem noch abgelehnt hätte.
Ohne fremde Hilfe kann es nicht mehr gehen,
würde ich es nicht überleben.

Und seit kurzem erst hab ich Kontakt,
zu dem was da tief in mir verborgen,
Sascha hat mir den Weg geebnet
zu meinem eigentlichen ich,
zu meinem Ego im Alter von 3,
der Fund war erschreckend!

Und doch war er gut,
das was da in mir ist,
total verschreckt und verängstigt,
ein wimmerndes Bündel nur,
weiß das,
was mir noch fehlt!

Seit diesem Punkt versuche ich den Kontakt zu vertiefen,
das Bündel zu beruhigen,
es schlägt und tritt um sich,
aber es wird schon ruhiger!
Erste sanfte Berührungen fanden schon statt,
kleine Erinnerungen haben mich schon berührt!

Jetzt habe ich wieder Hoffnung,
die Hoffnung dass alles zurückkommt,
all das was ich vergessen und verdrängt,
fast nichts war zurückgeblieben,
Erinnerungen waren nur ab 10 vorhanden und
ich fand das normal!

Nie wieder Schneckenhaus,
nie wieder zurückziehen,
nie wieder keine Gefühle zeigen,
nie wieder schweigen,
nie wieder Folter ertragen,
nie, nie wieder Missbrauch!

Ich will wieder leben,
trotz allem,
ich will wieder lieben,
erst recht,
ich will die Zukunft,
jetzt erst recht!

29.7.2003


Nachtrag vom 4.8.2003:
Seit kurzem schläft das kleine Kind in mir friedlich eingerollt, am Daumen nuckelnd. Ich bin endlich zur ruhe gekommen. Nun kann es weitergehen. Zusammen mit meinen Freunden und mit dem erreichten (Ruhe, Schlaf und ein gewisses Maß an Normalität) kann ich jetzt getrost in die Zukunft blicken.

Nachtrag vom 17.8.2003:
Inzwischen können wir sogar bedingt miteinander kommunizieren, wenn auch meist ohne Worte. Er zeigt mir die Dinge und Orte, die ihm wichtig sind. Aber meistens schläft er noch, hat er doch über 40 Jahre für mich gewacht!

Michael Sascha 
 

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