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Dunkle Wege in der Nacht


Dunkle Wege in der Nacht,
einsame Lichter im Finsteren,
sie ziehen mich magisch an,
will wissen in kindlicher Neugierde,
was dort ist,
bei diesen einsamen Inseln aus Licht.

Schüchtern nähere ich mich,
möchte sehen was da ist auf meinem Weg,
den ich einsam nun beschreite,
auf der Suche nach dem gestern und dem morgen,
auf der Suche nach meiner verlorenen Zeit,
die im Strudel finsterer Taten einfach verschwand.

Ich betrete einer der Inseln,
höre ein leises Weinen in der Stille.
Dort unter einer einsamen Laterne sitzt ein Kind,
den Kopf in seinen Armen versteckt.
Was hat es nur, warum zittern seine Glieder?
Zart berühre ich seine Schultern.

Erschrocken hebt es seinen Kopf,
blickt mit weit aufgerissenen Augen auf mich,
Angst verzerrt das kleine Gesicht.
Ich schaue in diese Augen,
schaue auf dieses Gesicht,
es ist das meine.

Erschrocken flüchte ich,
renne hinaus in die Dunkelheit,
mein Herz rast,
Schweiß rinnt in Bächen an mir runter.
Was habe ich da gesehen?
Wie ist mir nur?

Ich laufe weiter auf meinem Weg,
meide die nächsten Inseln,
die Angst sitzt mir im Nacken.
Doch dann siegt in mir die Neugierde,
wieder betrete ich den Kreis aus kaltem Licht,
will sehen was da auf mich wartet.

Ein kleines Bettchen steht einsam unter der Laterne,
drinnen schlummert ein kleiner Wurm,
im tiefen Schlafe leicht vor sich hin wimmernd.
Was hat es nur?
Unruhig wälzt es sich von einer Seite zur anderen,
leis vor sich hin weinend.

Vorsichtig nehm ich es aus dem Bett,
wiege es auf meinen Armen.
Es schmiegt sich fest an mich
und das Wimmern verebbt.
Ich schaue in sein Gesicht,
es ist das meine.

Nun schlägt es die Augen auf,
schaut auf mich,
scheint kurz zu erschrecken.
Doch dann sagt es mit klarer Stimme:
„Wo warst du nur all die Jahre,
ich hab so auf dich gewartet.“

Ich werde wach,
schaue mich verstört um,
suche jenes kleine Kind,
suche mich.
Ein kindliches Lachen ertönt tief in mir drin!
Hab ich mich endlich gefunden?


2.8.2004
Michael Sascha
   

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