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Eingefroren in der Zeit


Es ist ein Gefühl,
als ob die Zeit still stand,
in all den 41 Jahren.
Gefühle kommen hoch,
erklimmen langsam meine Wirbelsäule,
erreichen die Schultern,
versehen meine Arme mit Haaren,
die zu Berge stehen.

Der Druck der Hände,
die ich spüre,
nimmt langsam zu.
Erst ist es noch scheinbar angenehm,
ein Streicheln fast könnt man es nennen,
doch langsam wird es fordernder,
der Griff wird fester,
beginnt damit,
mir den Atem zu nehmen.

Ich spüre zwei riesige Hände am Brustkorb,
rechts und links,
sie halten meinen Körper fest umschlungen,
bewegen ihn hin und her.
Dann rutscht die eine Hand hinab,
merke sie jetzt deutlich zwischen den Beinen.
Es werden immer mehr Hände,
spüre sie am Kopf,
im Genick den Griff,
mit dem er mich hielt.

Ich spüre sie fast über all,
versuche die Geister zu vertreiben,
schreie diese imaginären Monster an,
schlage um mich,
versuche die Hände zu lösen,
die fest umschlungen mich halten.
Ich schreie jetzt wie wild,
spüre sein Eindringen in meinen kleinen Körper,
erfahre die grenzenlose Gewalt.

Dann spüre ich wieder diesen eisernen Griff an meiner Schulter,
merke wie das Grauen mich umfängt,
kann mich kaum noch bewegen,
mein Schreien versiegt
und mit ihm meine Tränen.
Nur das Zittern am ganzen Körper bleibt,
zusammen mit diesem unbestimmten Gefühl,
dass sein Tun heute in mir auslöst.
Eine Ahnung von Gewalt überrennt mein Denken.

Nur langsam lösen sich die Krämpfe,
weicht der dumpfe Schmerz.
Klarheit bringt erst der nächste Tag,
die Gewissheit schmerzt.
Pure Gewalt ging von ihm aus,
von jenem Menschen und Unhold,
den ich bis vor kurzem noch Bruder nannte.
Jetzt spüre ich wieder den damaligen Schmerz!
Er war eingefroren in jener Zeit,
die ich damals durchlebte.

Und heute taut sie gnadenlos dahin!

28.10.2003
Gefühle und Erkenntnisse vom Zusammenbruch vom 27.10.2003

Michael Sascha
 

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