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Es kommen Zeiten,
da lösen sich im inneren Knoten,
fallen Mauern,
die man über Jahre aufgebaut.
Nie gekannte Gefühle ebnen sich ihren Weg,
dringen aus den Tiefen hervor,
scheinbar übermächtig,
so fallen sie über einen her.
Und so vieles wird mit einem mal klar,
vieles ergibt dann erst einen Sinn,
altes wird verständlich,
neues kann erscheinen.
Doch immer noch liegen Mauern vor einem,
Mauern die eingerissen werden müssen,
doch sie werden mit der Zeit immer kleiner,
zum Schluss werden es nur noch einzelne Steine sein.
Schritte müssen getan werden,
nie gewagte Wege gegangen werden,
das Ziel wird eine endgültige Befreiung sein,
eine Befreiung von Vergangenem.
Lang wird der Weg sein,
lang war der Weg bis hierher,
Menschen werden helfen,
werden mich ein Stück mit sich nehmen.
Schmerzen kommen,
Schmerzen gehen,
Erinnerungen können das Innerste aufwühlen,
bis fast zum Unerträglichen.
Es werden die Tage kommen,
an denen die Schmerzen nachlassen,
an denen sie langsam verblassen werden,
doch die Erinnerungen werden bleiben.
Und sie sind wichtig,
nur die Schmerzen dürfen gehen,
das Wissen muss bleiben,
damit die Zukunft gelingt.
Und die wichtigsten Schritte kann man nur selber gehen,
der Anfang ist das Schwerste,
doch der ist getan,
Weiteres wird folgen.
Schritt für Schritt,
Stein für Stein,
hinweg mit den Mauern,
ich will endlich leben.
Es muss heraus,
was einem die Zukunft verwehrt,
Gutes und Schlechtes müssen geteilt werden,
damit man sich selber erkennt.
Und ich suche die Menschen,
die mit mir teilen,
was mich fast erstickt,
mich fast zerstört hätte.
Und ich finde die Menschen,
vorsichtig strecke ich meine Fühler aus,
hoffe sie dabei nicht zu verletzen,
will anderen nicht neue Steine in ihre Wege legen.
Und es kommt mit Macht,
ohne dass ich es will,
es muss heraus,
ehe es mich innerlich zerfrisst.
Wie tut es gut,
die richtigen Menschen gefunden zu haben,
die zu hören,
die mit reden können.
Nicht nur seichtes Geschwätz,
nicht einfaches abwenden,
dass wäre es nicht,
damit wäre mir nicht geholfen.
Wie gut tut dann eine ehrliche Umarmung,
ein sanftes Wort,
es vermindert die innerliche Qual,
verdrängt den Schmerz.
Stück für Stück kommen sie nun,
die Erinnerungen an längst Vergessenem,
an tief ins Innerste verschlossene Erlebnisse,
und sie müssen heraus.
Nun kann ich es auch nicht mehr verhindern,
sie macht sich selbstständig,
sie, die kleine Seele,
sie tut was sie will.
Und doch,
auch ich bin bereit,
will es jetzt und
will es heute.
Nur nicht alles mit einmal,
es wäre zuviel,
nur langsam löst sich der Krampf,
der über Jahre sich aufgebaut.
Nur noch ich!
Nur noch ich darf über mein Innerstes bestimmen,
nicht mehr er!
Es wird Zeit die Fesseln zu lösen.
Doch braucht man hier und dort Hilfe,
kann selber das Messer kaum halten
um diese inneren Fesseln zu durchtrennen.
Doch langsam fallen sie zu Boden.
Selbstmitleid wäre jetzt am falschen Platz,
man kann es nur manchmal nicht ganz verhindern,
Wut muss her,
aber keine zerstörerische!
Rache?
Nein, die will ich nicht.
Gerechtigkeit?
Viel zu lange her.
Nur Ruhe will ich,
inneren Frieden mit mir,
mit meinem Unterbewussten,
das lange genug als Tresor gedient.
Und die Ruhe, der Friede wird kommen!
11.6.2003
Michael Sascha
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