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Ich verlor soviel in meinem Leben,
verlor schon,
ehe es richtig begann.
Ich lebte all die Jahre,
lebte einfach nur vor mich hin.
Ich verlor meine Kindheit,
verlor als kleines Baby schon mein Leben,
musste schon sehr früh verstehen,
dass es ohne Gefühle gehen muss,
dass ich sie nicht haben darf.
Ich verlor mich in mir drin,
lernte schnell das ich nur so überlebe,
dass ich kein Recht auf mich selber habe,
nur ganz tief im Innern,
da durfte ich es noch sein.
Dort spielte ich mit mir selber,
dort war ich noch Kind.
Außen gab es nur noch eine Maske,
die mir meine Sicherheit gab,
die mir in den schweren Zeiten half.
Und Außen wuchs ich heran,
drinnen war ich Kind,
das verzweifelt nach der Liebe suchte,
die es von Außen nicht bekam.
So kam Kind um Kind hinzu.
Die Jahre vergingen,
die Kinder in mir musste ich vergessen.
Sie versteckten sich vor dem Außen,
völlig isoliert lebten sie ein anders Leben,
stets eine Entdeckung fürchtend.
Jetzt endlich haben wir uns wiedergefunden,
nach all den Jahren sind sie wieder da,
Kind um Kind ist wieder aufgetaucht,
Jahr um Jahr der verlorenen Kindheit kam zurück,
wurde wiedererkannt unter Qualen.
Ich hab all die Jahre nie richtig gelernt zu lieben
und hab trotzdem geliebt.
Hab mich gesehnt nach jenem Gefühl,
das nur aufkommt wenn man absolut vertraut.
Wie soll ich das bei all den Schrecken je erlernen?
Verängstigt sitzen wir nun zusammen,
ich und meine Kinder,
weinen, trauern um etwas,
was uns nicht vergönnt,
was wir wieder nicht geschafft.
Wir trauern um das,
was man uns so früh genommen,
zerstört mit brutaler Hand.
Und wie so oft können wir es einfach nicht verstehen,
wir sind wieder allein.
Wie sehnen wir uns nach dem,
was man uns nahm,
was jetzt wieder mal nicht sein konnte,
weil soviel Angst in uns regiert,
weil unsere Schmerzen immer noch so groß.
Die Tage werden vergehen,
grau wie ein Herbstnebel werden sie wieder sein,
kalt und leer,
tief in mir drin suche ich den Frieden,
werde ihn wohl noch lange suchen.
9.8.2003
Michael Sascha
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