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Schweigen und Reden 


Beredtes Schweigen erfüllt mich immer wieder,
ich will soviel sagen, will erzählen,
von dem was war, was mich bewegt.
Baue in Gedanken gute Sätze,
ausgefeilt und inhaltsvoll.

Dann kommt der Moment des Redens,
die Zeit es niederzuschreiben.
Wie vor einem unsichtbaren Hindernis steh ich dann.
Die Gedanken die eben noch waren vorhanden
zerschellen an der tiefen Angst vor dem Geschehenem.

Mitten in der schönsten Rede bleibe ich stecken,
renne gegen die Mauer des eigenen Schweigens an,
kann sie einfach nicht überwinden,
zu tief sitzt die Scham die mich überflutet
und nun meine Gedanken am Ausbruch hindert.

Mit kleinen Kniffen schaffe ich es hin und wieder,
mal auch mit reiner Gedankenlosigkeit mir selber gegenüber,
die Dinge auf den Punkt zu bringen,
trotz aller Hindernisse die ich zu meinem eignen Schutz benötige,
will ich doch mein Leid mit einem andren Menschen teilen.

So gehe ich Schritt um Schritt heraus aus dem Schweigen,
treibe mich voran trotz aller Schwierigkeiten,
geh auch mal einen Schritt zurück wenn’s nötig ist.
Ich will aber nie wieder solange versinken und vergessen,
will meinen inneren Seelen-Kerker für immer verlassen.

3.12.2003
Michael Sascha
 

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