Text & Ton

Still und leise


Was war ich für ein wilder Mensch,
trank, rauchte, grölte.
Da kommt der Raue wieder!
So sagten sie über mich
Und ich fühlte mich gut.

Was war ich für ein starker Mensch,
immer war ich da,
stark stand ich wie ein Fels in der Brandung,
immer für Andere da.
Und ich fühlte mich unbesiegbar.

Was war ich für ein wilder Mensch,
ein Mensch der lauten Töne!
Nur meine eigenen Hilferufe,
die waren still und leise,
gingen unter unter all dem anderen.

Was war ich für ein armer Mensch,
hörte meinen eigenen Hilferuf nicht,
fand alles im Lot.
Doch nichts war in Ordnung,
nichts war wie es schien!

Still und leise sende ich sie noch immer hinaus,
möchte schreien, möchte fliehen.
Still und leise schleicht sich die Angst zu mir,
gesellt sich zu meinem Leben,
dass nie mein eigenes war.

Seltsame Gefühle beschleichen mich,
ich habe Angst vor mir selbst.
Was bringt mir die Zukunft,
habe ich überhaupt eine?
Was wird noch alles geschehen?

Ich will nicht still und leise abtreten,
doch bestimme ich das wirklich?
Noch immer bestimmen sie mein Handeln,
noch immer mein kleines Leben,
und das nicht still und leise!

15.9.2003 - Michael Sascha

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