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Das Dunkle


Wann begann wohl jene Reise hinab,
hinab ins Dunkle des Vergessens?
Mit dieser Reise vergaß ich auch jenen Moment,
als das Animalische in Anderen mich zerstörte,
mir kleinen Menschen keine Chance ließ,
mein Leben so zu erfahren,
wie es hätte sein können.

Bruchstückhaft kenne ich wieder jenen Moment,
sehe mich selber zerbrechen in längst vergangenen Szenen,
die an Grausamkeiten kaum zu wünschen übrig lassen;
zerstört liege ich am Boden auf kalten Kacheln,
verletzt, beschmutzt, gebrochen.
Kälte steigt in mir auf aus meiner Seele,
die Finsternis ist nicht mehr aufzuhalten.

Ich lebe weiter und weiter,
trotz der Dunkelheit in mir greife ich nach dem Licht,
hilflos fast sind diese Versuche in all den Jahren.
Begleitet von jenem Unwissen,
das mein eigenes Denken mir bescherte,
um all das zu ertragen,
was die abartige Phantasien von ihnen für mich erkoren.

Nach vielen Jahren fallen nun die Fesseln,
mit denen ich das Dunkle in mir schützte,
es zurückhielt zum eigenen Schutz.
Aus dem Vergessen steigt Bild um Bild nach oben,
eines grausamer als das andere.
Ich finde mich in Situationen wieder,
die geeignet meinen Geist für immer zu verwirren.

Mir schien es einst wie Leben,
ich wachte auf in der Hölle.
Zitternd mit angezogenen Knien hocke ich einsam in einer Ecke,
und hoffe inständig darauf,
dass das alles sich wieder auflöst,
nur ein böser Traum wäre.
Ich hoffte vergebens!

Das Dunkle hielt mich gefangen,
ließ mich vor Schmerzen schreien über Stunden,
immer wieder verschloss das Entsetzen meine Augen.
Doch nichts half mir!
Fasziniert sah ich meinem seelischen Tode zu,
konnte nichts dagegen tun,
um all das aufzuhalten.


Ich hatte mich zurückgezogen in die hinterste Ecke meines Seins,
um diese Grausamkeiten zu ertragen.
Dort saß ich nun am Boden,
war wieder jener kleine Junge,
den sie so verletzt hatten
und erkannte in meinen Schmerzen,
dass ich trotz allem noch lebte.

Nach Monaten der Lähmung erhob ich mich wieder,
stand da mit zitternden Knien.
Meine Augen brannten wegen der Tränen,
die ich für mich selber vergoss.
Leicht getrübt war mein Blick,
der auf mich selber fiel
und jenen Jungen endlich wiedersah der ich einst war.

Nun endlich begann meine Reise aus dem Dunklen,
erster sanfter Schimmer traf mein frierendes Herz.
Tapsig setzte ich meinen Fuß ins neue Leben,
als hätte ich gerade erst Laufen gelernt.
Uns so war es auch!
Nach fast 44 Jahren begann mein eigenes Leben!
Und die Dunkelheit soll nie wieder kommen.

3.9.2005 Sascha 

 

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