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Verloren in der Nacht



Wenn der Kopf auf die Reise geht
und erst langsam ein Gefühl des Unwohlseins entsteht,
sich in meinem Innern tief drin das Grauen breit macht,
die Hände zittern,
dann weiß ich schon was die nächsten Stunden bringen.

Diese unabänderbare Gewissheit raubt mir jede Ruhe,
zerstört das Gebäude Hoffnung,
dass ich mir immer wieder akribisch errichten will,
schon wissend dass es wieder zusammenstürzt,
zerstört von rauer Hand aus Vergangenem.

Meine Gedanken treiben ihrem bittern Ziel entgegen,
oft von Äußerem angeregt,
strebt das Innere ins Dunkle dessen,
was vergessen war
und nun nach oben will.

Im Kopf entsteht ein übermächtiger Druck,
es gibt nur eine Chance ihm zu entgehen,
nur ein wahrer Weg führt ans Ziel,
der heißt erinnern,
heißt alles wieder zu durchleben.

Also begebe ich mich immer und immer wieder ins Dunkle,
verliere mich in der Nacht,
die ein Teil meiner Kindheit war,
nur um zu leben,
um endlich als der Mensch geboren zu werden der ich nie sein durfte.

Doch schreckt mich diese Nacht immer wieder aufs Neue,
gibt sie mir doch schreckliche Dinge preis,
die so tief in mir stecken,
dass sie oft nur unter starke Schmerzen nach Oben dringen
und mich schier zerstören könnten. 

Verloren in meiner Nacht treibe ich dahin,
suche ein wenig vom Tag in mir,
kann ihn fast nicht mehr finden,
so weit ist er heute weg,
verloren in der Nacht.

29.2.2004 - Michael Sascha 

 

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