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Es gibt immer noch viel Vorurteile gegenüber den
männlichen Opfer sexueller Gewalttaten. Sie begegnen mir fast täglich in
der einen oder anderen Form. Es tut sich zwar mittlerweile einiges auf
diesem Feld, aber wir sind immer noch "die vergessenen Opfer".
Die Auswirkungen der Gewalttaten ist keineswegs anders wie
bei einem Mädchen. Durch die fehlende Anerkennung kommt es dazu, dass
viele Männer nie den Mut finden werden, es auszusprechen. Hier sind auch
die Eltern gefragt. Bei der Erziehung beginnt das ganze Drama schon. Jungs
müssen stark sein, Jungs müssen sich wehren, Jungs dürfen nicht weinen und
vieles anderes, was aus grauer Vorzeit in die Moderne gerettet wurde.
Alles ausgewachsener Humbug. Das schlimmste ist die Behauptung dass
Jungs nicht vergewaltigt werden können! Ich frage dann nur, was ist es,
wenn ein Mann mir, einem 2 jährigen Jungen sein Glied in meinen Anus
steckt? Spiel oder Vergewaltigung? Ich habe einfach mal
einiges an interessanten Infos zusammengestellt:
Jungen bekennen sexuellen Missbrauch seltener, weil folgende Vorurteile
herrschen:
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Jungen die in Ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden
sind, werden selber zu Tätern
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Missbrauch mit "Schwäche" und "Ohnmacht" in Verbindung
gebracht wird und ein Junge aber nicht schwach oder ohnmächtig sein darf.
Unsere Gesellschaft erwartet von Jungen und Männern Stärke.
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Sind Jungen doch zu Opfern geworden, "hatten sie
selber schuld", weil sie sich nicht richtig gewehrt haben.
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Sexuell missbrauchte Jungen wissen sich selber zu helfen.
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Jungen sexuellen Missbrauch leichter verarbeiten als
Mädchen.
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Jungen wollen den Sexualkontakt und empfinden ihn als
angenehm, insbesondere dann, wenn sie von einer Frau Missbraucht werden.
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Missbrauch an Jungen mit Homosexualität in Verbindung
gebracht wird und Jungen und Männer aber nicht als Homosexuelle
abgestempelt werden wollen.
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Sexualität bei Jungen anders definiert wird, als bei
Mädchen. Sexueller Missbrauch wird daher oft als unangemessenes, sexuelles
Abenteuer gesehen, nicht aber als Missbrauch
Es sind absolut Vorurteile! Ich als Betroffener weiß das!
Und es sind nicht nur Männer, die Jungs missbrauchen. Am schlimmsten ist
es, wenn der Missbrauch durch die eigene Mutter stattfindet.
Es gibt mittlerweile jede Menge Anlaufstellen für Mädchen
und Frauen. Dies ist sicher sehr wichtig. Als Mann sucht man lange nach
einer Anlaufstelle. Inzwischen gibt es zwar einige wenige, aber gegenüber
den Anlaufstellen für Frauen ist es ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die
Zahlen sagen:
Jedes 3. bis 4. Mädchen ist mindestens einmal im Leben mit
sexuellem Missbrauch in Berührung gekommen. Das sind schlimme Zahlen. Doch
bei Jungs sieht es kaum besser aus. Hier wird von jedem 5. bis 8. Jungen
von offizieller Seite gesprochen. Ich vermute sogar, dass sich die
Zahlen hier fast nicht unterscheiden, denn die Dunkelziffer bei Jungs wird
ungleich höher sein wie bei Mädchen (aus den obigen Gründen). Und das ist
erschreckend. Und viele der Opfer (so wie ich) sind mehrfach Opfer. Hinzu
kommt neben dem sexuellen Missbrauch oft auch Gewalt in verschiedener
Form. Selten geht eine Vergewaltigung (wie das Wort es ja schon sagt) ohne
zusätzliche Gewalt ab (Schläge, würgen, fesseln, foltern). Ich selber kann
ein bitteres Lied davon singen. Nicht nur dass wir Opfer mit dem
erzwungenen Geschlechtsverkehr klar kommen müssen, es kommen noch die aus
purer Gewalt bestehenden Erlebnisse hinzu.
Die Zahlen sagen aber auch, dass die Selbstmordrate bei
männlichen Opfern vier mal größer ist als bei den weiblichen Opfern. Und
dies liegt hauptsächlich an der Ignoranz der Gesellschaft uns gegenüber.
Ich habe das Schweigen gebrochen und möchte mit gutem Beispiel voran
gehen, den Vorurteilen zum Trotz. Es wird Zeit, dass die Gesellschaft
erkennt, was da hinter den verschlossenen Türen vor sich geht, was da mit
ihren Kindern geschieht! Väter, Mütter, Brüder, Bekannte, Lehrer, Pastore,
Erzieher, Onkel, Tante, Oma und Opa usw. Dort findet ihr die Täter,
überall sind sie. Sie gründen sogar Vereine. Pädo-Vereine wie die Krumme
Dreizehn. Sie halten Sitzungen in Jugendherbergen ab. Man findet sie unter
Richtern, unter Politikern, unter Polizisten, alles scheinbar ehrenwerte
Menschen. Und wer wegschaut ist auch Täter! Daran denken die wenigsten.
Die Mütter, die ihre wehrlosen Kinder im Stich lassen, aus welchen Gründen
auch immer. Die Menschen, die sagen: Sie werden es schon provoziert haben,
sie sind sicher selber schuld; dass sind Mittäter und Täterinnen!!!
Jeder Jugendliche und jeder Erwachsene, der der Gewalt zusieht ohne zu
helfen, sie womöglich unterstützt, ist genauso ein Täter wie
derjenige/diejenige von der/dem die Tat ausgeführt wird.
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